Gelenkbeschwerden

Im letzten Ratgeber hatten wir über gesunde Gelenke geschrieben; was man/frau zur Gesunderhaltung unserer Gelenke tun kann, bzw. wann ein Gang zum Arzt sinnvoll und notwendig ist. Heute ist das Thema den kranken Gelenken gewidmet.
Rheuma oder Rheumatismus wird im Volksmund mit schmerzenden Gelenken verbunden. Der Ausdruck Rheuma stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet einen ziehenden, reissenden Schmerz. Heute umschreibt dieser Begriff die schmerzhaften Erkrankungen des ganzen Bewegungsapparates: Gelenke, Knochen, Muskulatur oder Sehnen. Zu dem Bewegungsapparat können isoliert oder zusätzlich auch andere Organsysteme betroffen sein (Herz, Augen, Haut). Rheuma ist daher keine Diagnose im engeren Sinne sondern umfasst etwa 400 einzelne Erkrankungen. Auf der Website www.rheuma-schweiz.ch kann man einen Gesundheitscheck- und Risikocheck zu den Bereichen Rheumatoider Arthritis, Arthrose, Morbus Bechterew, Osteoporose, und Wirbelsäulenkanal-Verengung machen. Eine weitere Möglichkeit zu einem Selbsttest bietet die Website: www.rheumaliga.ch an.

Zur Klärung des Sachverhaltes fragen wir in der Apotheke wir nach dem

  • Wo haben Sie Schmerzen?: klassischerweise finden sich die ersten Beschwerden (Schwellung und Schmerzen) an den Fingermittel und –grundgelenken oder an den Handgelenken.
  • Seit wann haben Sie Schmerzen?: Alle Schmerzen, die länger als 6 Wochen andauern, müssen zwingend vom Arzt abgeklärt werden.
  • Wann und bei welchen Aktivitäten haben Sie Schmerzen?: bei einer rheumatoiden Arthritis sind Ruheschmerzen typisch, (d.h. speziell in Ruhephasen auch nachts ; gegen Morgen und bei längerem Bewegungsmangel nehmen sie zu) Arthrose-Schmerzen sind im Gegensatz dazu belastungsabhängig und klingen in Ruhephasen ab.
  • Wie stark sind die Schmerzen?; Wie sehen die Gelenke aus? Wenn sie geschwollen, gerötet und überwärmt sind, ist das ein Zeichen für Rheuma.
  • Sind Sie ansonsten gesund? Während einer aktiven Entzündungsphase sind Sie oft müde, appetitlos und haben manchmal auch Fieber.
    Ihre Antworten auf diese Fragen zeigen einen Weg zu Behandlung auf.

Gegen die Schmerzen empfehlen wir je nach Intensität als Mono- oder Co-Therapie Pflanzenpräparate die Weidenrinde, Teufelskralle, Brennnessel, Hagebutte und Weihrauch enthalten.
Äusserlichen werden erfolgreich Präparate mit Beinwell, Arnica und Cayennepfeffer angewendet.
Freiverkäufliche Schmerzmittel enthalten:

  • Acetylsalicylsäure (Vorsicht mit Magenproblemen) in der Dosierung von 500-1000 mg/Tag;
  • Diclofenac in Mengen: beginnend mit 25 mg bis zu 75 mg/Tag;
  • Ibuprofen dosiert bis zu 3 mal täglich 400 mg;
  • Naproxen in einer Menge mit zunächst 200 (bis-400) mg und nach 12 Stunden weitere 200 mg;
  • Paracetamol mengenmässig: 500 mg bis zu 4-mal täglich.
    Vor einer Einnahme müssen jeweils Risikofaktoren wie: die Einnahme weiterer Medikamente und/oder zusätzlich bestehende Erkrankungen abgeklärt werden.

Äusserlich können Salben, Cremen oder Gele und wirkstoffhaltige Pflaster ebenfalls (mit den obengenannten Wirkstoffen) zur Linderung beitragen. Bereits der Massage-Effekt oder die Kühlung durch das Auftragen eines Gels oder Sprays hilft. Die Anwendungsdauer ohne ärztliche Verordnung sollte 3 Wochen nicht überschreiten.
Die meisten Menschen leiden ab einem gewissen Alter an natürlich vorkommenden Abnützungserscheinungen genannt Arthrose. Sie wird als Schmerzen bei bestimmten Bewegungen oder als ununterbrochener Schmerz wahrgenommen. Auch hier gelangen die obengenannten Schmerzmittel zum Einsatz. Die Schonhaltung oder verminderte Bewegung ist hier unbedingt zu vermeiden! Bewegung ist für den Erhalt der Funktion der Gelenke unbedingt notwendig.
Eine gute Beratung in Ihrer Apotheke hilft weiter

Frohe Feiertage und ein gesundes neues Jahr wünscht
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
eine quelle der gesundheit