Gicht

Lieber Leser, ich hoffe, Sie hatten Alle frohe und genussvolle Festtage und sind gut in das neue Jahr gestartet. Während dieser Tage haben wir sicher Alle (mehr oder weniger) opulent gegessen und getrunken, wie das bei diesen schönen Feiertagen einfach dazu gehört! Jetzt ist Mass-Halten wieder angesagt und das ist sicher einer der guten Neujahrsvorsätze. Durch dieses „Schlemmen“ kann bei genetisch vorbelasteten Menschen eine schleichende Stoffwechselerkrankung sicht- und spürbar werden: die GICHT. Darum ist dieser Ratgeber ihr gewidmet.
Früher wurde die Gicht die Krankheit der Könige genannt, weil sie mit einem opulenten Ess- und Trinkverhalten einhergeht. Die normale Bevölkerung konnte sich vor dem letzten Jahrhundert nur „Purin-arm“ ernähren, mit hauptsächlich Brot, Milchprodukten und Kartoffeln. Also was ist jetzt die

  • Ursache:

Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung mit erhöhten Harnsäure-Werten im Blut. Wie bereits angedeutet ist eine genetische Komponente dabei. Von einer Hyper-Urikämie (zuviel an Harnsäure im Blut) spricht man ab einer Überschreitung der Harnsäure Konzentration von 6,5 bis 7 mg/dl im Serum. (Ein einmal festgelegter Grenzwert). Ohne Beschwerden ist dieser Wert nicht von Bedeutung. Es gibt nämlich viele Menschen, die einen erhöhten Wert haben, es nicht wissen und auch keine Beschwerden aufweisen. Also ist eine vermehrte Bildung und gleichzeitige eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure über die Niere wichtig. Vor allem letzteres Kriterium ist ausschlaggebend! Eine vorhandene Gicht ist immer behandlungsbedürftig, um einem Nierenschaden vorzubeugen! In weit über 99% aller Fälle (ohne äussere Einwirkung) liegt eine Nierenfunktionsstörung vor (vererbt). Diese Menschen haben eine Ausscheidungsstörung für Harnsäure bei einer sonst normalen Nierenfunktion. Weitere Krankheiten wie ein Diabetes oder Leukämie können ebenfalls zu diesen Problemen führen. Auch übermässiger Alkoholkonsum trägt dazu bei. Allgemein ist unser Lebensstil mit zu viel Genussmitteln, zu wenig Bewegung und damit verbunden zu viel Gewicht, bei genetisch vorbelasteten Menschen einer der beeinflussbaren Faktoren in diesem Geschehen.

  • Auswirkung:

Ein Gichtanfall ist sehr schmerzhaft. Die zu grosse Konzentration der Harnsäure bewirkt ein Ausfällen der Urat-Kristalle in den Gelenken und anderen Geweben. Ein Gichtanfall kommt meistens plötzlich und unangemeldet – häufig während man schläft. Starke Schmerzen und eine oft mit Rötung einhergehende Schwellung klassischerweise im Grosszehen-Gelenk, bewegen die Betroffenen sofort zum Arzt zu gehen. Nochmals: das Gelenk ist gerötet, extrem schmerzempfindlich besonders bei Berührung, stark geschwollen und überwärmt = heiss. Weitere allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber, einen Anstieg der weissen Blutkörperchen und selten Kopfschmerzen werden ebenfalls beobachtet. Vor dem Anfall sieht man erhöhte Harnsäurewerte, während des Anfalls sind sie oft normal. Podagra ist der Name für den Befall des „Fusses“. Grundsätzlich kann der akute Gichtanfall, auch der erste, jedes Gelenk betreffen. Unbehandelt (seltenst, es tut sehr weh) dauert ein Anfall 2 bis 3 Wochen an. Im Krankheitsverlauf kann die „Zeit-Dauer“ der Anfälle zunehmen oder sogar in der chronischen Phase so ineinander übergehen, dass es keine schmerzfreien Intervalle mehr gibt. In dieser Phase werden die Gelenke zerstört, mit Deformationen. Es kommt zu Nierensteinen und letztendlich zu Nierenversagen.

  • Behandlung:

Jede Therapie ist individuell mit dem Arzt zu erstellen!
Ein Akuter Gichtanfall wird klassischerweise mit hochdosiert verordneten NSAR-Schmerzmitteln behandelt. Diese Klasse der Schmerzmittel kann direkt in das Entzündungs-Geschehen eingreifen und hemmt sie dabei. Acetylsalicylsäure (bekannt als Aspirin) z.B. ist dabei nicht geeignet, es verlangsamt die Ausscheidung der Harnsäure.
Colchicin ist ein weiteres gutes Medikament. Das Gift der Herbstzeitlose wird nicht bei Menschen mit Nierenproblemen angewendet. Ansonsten wurde es bereits in der Antike für diese Erkrankung eingesetzt. Leider ist es in der Schweiz als Fertigmedikament nicht zugelassen und die Kosten müssen daher nicht von den Krankenkassen übernommen werden.
Cortison wird ebenfalls (auch in Kombination mit Schmerzmitteln) erfolgreich eingesetzt. Es zeigt mit die stärkste Entzündungshemmung.
Alle diese Medikamente bekämpfen aber nur die Symptome.
Im weiteren Ratgeber gehen wir auf die Behandlung und vor allem auf die Vorbeugung ein.

Lassen Sie sich von uns beraten
vinzenz apotheke
eine quelle der gesundheit