Homöopathie: Selbstbehandlung Teil 2

Im Zentrum der Arzneimittelwahl steht der Patient mit all seinen Symptomen und Gefühlen. Wer selber eine Arznei wählen will und noch über wenig oder keine Erfahrung mit homöopathischer Selbstbehandlung verfügt, macht seine ersten Versuche am besten an leichten Erkrankungen wie z.B. akute Halsschmerzen oder einem schmerzenden Knie nach einer Überbeanspruchung. Bei infektiösen und entzündlichen Erkrankungen braucht es bereits mehr Erfahrung, und für die Behandlung chronischer Leiden (Rheuma, Angststörungen oder ADHS) soll man sich an einen Homöopathen wenden.

Für die Selbstbehandlung empfiehlt sich eine niedrige Potenz wie C oder D 6 oder C/D 12. Die Dosierung ist individuell. Bei z.B. akutem hohem Fieber oder starken Schmerzen nimmt man maximal alle 5 Minuten (längstens ½ Stunde lang) eine Dosis von 5-7 Globuli für Erwachsene (ab 12 Jahren) für Kinder (bis 12 Jahren) 3.5 Globuli, die man im Mund zergehen lässt. Bei akuten Erkrankungen sollte sich üblicherweise nach der 3. Gabe eine Reaktion zeigen, z.B. dass der Patient ruhiger wird, oder der Druck im Kopf nachlässt. Sobald eine Wirkung spürbar ist, nimmt man keine Arznei mehr, sondern beobachtet die Veränderungen. Erst wenn die Wirkung nachlässt, die Schmerzen zum Beispiel zurückkommen, nimmt man eine weitere Gabe. Spürt man keine Reaktion, setzt man das Mittel ab und sucht eine besser passende Arznei.

Nicht erschrecken darf man über eine allfällige starke Erstreaktion. Dabei kann sich kurzfristig der Schmerz verstärken oder das Fieber steigt an. Vermutlich hat man das ideal passende Mittel gefunden und der Körper mobilisiert alle seine Selbstheilungskräfte. Nun darf man die Arznei nicht mehr nehmen, sondern wartet vorläufig ab. Schon bald wird es dem Patienten besser gehen. Sobald die Reaktion nachlässt, überprüft man die verbleibenden Symptome, wiederholt das Mittel oder wählt ev. nun ein neues Mittel. Für die vollständige Ausheilung sind ev. mehrere verschiedene Arzneien nacheinander nötig.

Bei chronischen Beschwerden kann es durch diese Erstreaktion auch zum Wiederauftreten alter Beschwerden kommen. So kann ein Ekzem, das vom Dermatologen erfolgreich behandelt worden ist, wieder auftreten. Meist nur in abgeschwächter Form, was aber trotzdem sehr belastend sein kann. Daher ist eine regelmässige Rücksprache mit einem erfahrenen Homöopathen wichtig, weshalb man chronische Krankheiten lieber nicht selber behandeln sollte. Zudem werden für chronische Leiden oft höhere Potenzen eingesetzt, die nach einmaliger Gabe über mehrere Wochen wirken.

Wechselwirkungen mit andern Medikamenten sind kaum zu erwarten, aber man sollte die Basismedikamente immer in eine Beratung mit einbeziehen. Ebenso können stark riechende ätherische Öle die Wirkung verringern, weshalb man auf das Einreiben von Erkältungssalben besser verzichtet. Das Trinken von Kaffee beeinträchtigt meist nur dann die Wirkung einer Arznei, falls der Patient dieses Genussmittel nicht gewohnt ist.

Obwohl man meist keine exakte Diagnose für die Behandlung braucht, muss man die Grenzen immer genau beurteilen. Mit Homöopathie kann man keinen insulinpflichtigen Diabetiker heilen und keinen Hirnschlag rückgängig machen oder verschobene Rückenwirbel an ihren ursprünglichen Platz zurückzaubern. Auch wenn bei der Blasenentzündung viel Blut im Urin ist, sollte man einen Arzt aufsuchen. Wenn Sie unsicher sind, dann lassen Sie sich besser beraten

z.B. in der vinzenz apotheke
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