Kälte

Seit gut einer Woche hat uns die Kälte fest im Griff. Diese niedrigen Temperaturen erfreuen die Einen (alle, die mit Landwirtschaft zu tun haben sind froh darum, es macht die Bodenoberfläche feiner und vermindert Schädlinge in der kommenden Saison), und können den Anderen Probleme machen.
Empfindliche Personen wie ältere Menschen, Kinder, Neugeborene und Säuglinge müssen sich gut schützen. Der Körper reagiert auf diese grosse Kälte mit einer sogenannten physiologischen Anpassung, in dem er die der Kälte ausgesetzten Partien nur wenig durchblutet. Diese Minderdurchblutung führt dann zu den bekannten Problemen wie

  • Frostbeulen
  • Erfrierungen
  • Kälte-Nesselfieber
  • Vermehrte Flüssigkeitsausscheidung um nur die bekanntesten zu nennen.

Frostbeulen

Es sind entzündete, oberflächliche, schmerzhafte, juckende bis brennende, geschwollene, gerötete bis blauviolette Stellen. Man findet sie vor allem an Fingern und Zehen, sie kommen aber auch an anderen, der Kälte ausgesetzten Stellen, wie Ohren, Gesicht, Nase und Oberschenkel vor. Es handelt sich nicht um eine Erfrierung sondern um eine so starke Gefässverengung, dass das Gewebe so wenig Sauerstoff erhält, dass eine örtliche Entzündung stattfindet. Am besten schützt man sich durch eine gute Isolation (Handschuhe, dicke Socken, Wärmesocken, feste Schuhe, Handwärmer, Wärmeauflagen) bzw. Wärme. Letzteres ist auch das Mittel der Wahl zur Behandlung. In seltenen Fällen (bei einer genetischen Vorbelastung, einem entsprechenden Beruf, schlechter Durchblutung) kann der Arzt Medikamente verordnen

Erfrierungen

Das Gewebe friert ein, die Haut wird blass, kalt, hart und gegen Berührung und Schmerzen unempfindlich. Erst beim Auftauen bzw. Erwärmen treten Rötungen auf, mit starken pulsierenden Schmerzen oder Brennen und Prickeln. Es können sich auch Blasen bis zu Ödemen bilden. Bei einem schweren Verlauf stirbt das Gewebe ab. Es bilden sich im gefrorenen Gewebe Eiskristalle, die rein mechanisch die Zellen schädigen. Die Blutzirkulation wird durch Gerinnsel gestört.
Die Behandlung von Erfrierungen gehören in die Hände des Arztes!
Ansonsten gilt: die erfrorenen Partien sofort von der Kälte fernhalten (Finger unter warme Achseln stecken). Wenn möglich mit warmem Wasser auftauen, das ein Desinfektionsmittel enthalten sollte, und 37-42 Grad warm ist. Auf keinen Fall reiben und nicht in den Schnee stecken! An Händen unbedingt vorhandene Ringe abnehmen, das Gewebe schwillt nach dem Auftauen an. Ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einnehmen und sobald als möglich zum Arzt gehen!

Kälte-Nesselfieber

Eine seltenere Erscheinung ist das Kälte-Nesselfieber. Auch hier sind wieder die, der Kälte ausgesetzten Hautpartien betroffen. Es äussert sich mit Quaddeln, Hautrötung, Brennen und Juckreiz. Die Behandlung gehört ebenfalls je nach Stärke in die Hände des Arztes. Ansonsten wird ein Antihistaminikum eingenommen und die Haut gut gepflegt.

Vermehrte Flüssigkeitsausscheidung

Durch die Verminderung der Hautdurchblutung, werden die inneren Organe stärker durchblutet. Auch die Niere, die dann vermehrt Urin bildet. Wenn nicht genügend getrunken wird, kann das zu einer „Verdickung“ des Blutes führen. Patienten mit blutdrucksenkenden Medikamenten, die sich schlecht fühlen, sollten sich mit ihrem Arzt in Verbindung setzen.

Aus all dem ergeben sich einfache Verhaltensregeln der Kälte vernünftig zu begegnen:

  • Warm anziehen, auch den Kopf, die Ohren und die Hände vor der Kälte schützen. Die Haut allgemein gut pflegen d.h. mit geeigneten Cremen (Kälteschutzcreme) und Salben eincremen; speziell an Stellen wie die Schienbeine, wo die Haut dünn ist und wenig Unterhaut-Gewebe vorhanden ist.
  • Genügend trinken aber Vorsicht bei Alkohol! Er vermindert die Aufmerksamkeit und gibt nur ein Gefühl von Wärme! (Alkohol verstärkt die Hautdurchblutung und täuscht damit Wärme vor, der Wärmeverlust wird aber gesteigert)
  • Manche Medikamente können die eigene Wärmeregulation stören darum noch wärmer anziehen
  • Und zuletzt Medikamente nicht im Auto vergessen, sie gefrieren bei diesen Temperaturen ein. Flüssigkeiten sind dann offensichtlich kaputt, aber auch Salben oder Cremen, die Wasser enthalten, sind unbrauchbar. Bei Tabletten können auch Schäden vorkommen.

Bei Fragen oder Unklarheiten geben wir oder andere Apotheken und Drogerien gerne Auskunft
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
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