Kopflaus

Die meisten Urlauber sind jetzt aus den Ferien zurückgekommen und haben schöne Ferienerlebnisse mit im Gepäck nach Hause gebracht. Einige haben ausserdem noch einen ungebetenen Gast mitgenommen. Es handelt sich dabei um die Kopflaus, einen kleinen Parasiten, der nur auf dem Kopf lebt und sich von Blut ernährt. Sein Vorkommen hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Die Übertragung findet von Kopf zu Kopf statt, die Kopflaus kann weder springen, fliegen noch hüpfen. Immer wenn zwei Köpfe so zusammengesteckt werden, dass ein Klettern über die Haare möglich ist, kann eine „Ansteckung“ erfolgen. Eine Übertragung über Gegenstände oder Tiere ist nicht möglich.

Kopfläuse sind mit blossem Auge schwer erkennbar. Eine ausgewachsene Laus ist ca. 3-4 mm lang und durch die Blutmahlzeit leicht bräunlich verfärbt. Durch ihre mit Klauen versehenen Beine kann sie recht beweglich auf dem Kopf herumturnen und legt bis zu 20 cm pro Minute zurück. Sie benötigt alle 2 bis 3 Stunden eine Blutmahlzeit, sonst vertrocknet sie. Eine ausgewachsene Laus legt in ihrem bis zu 3 Wochen dauernden Leben ca. 100 Eier die jeweils dicht am Haaransatz mit einem wasserunlöslichen Leim befestigt werden. Die leeren Eiergehäuse = Nissen sind schwer aus den Haaren zu entfernen und sind kein Zeichen für eine akute Lausbesiedelung. Lebendige Läuse befinden sich vorzugsweise hinter den Ohren und am Nackenansatz. Nach einer erstmaligen Ansteckung entwickelt sich normalerweise nach 4 bis 6 Wochen ein starker Juckreiz mit 2-3 mm grossen hochroten Knötchen. Bei einer erneuten Ansteckung erscheinen diese Symptome viel früher.

Kopfläuse sind nur dann sicher vorhanden, wenn lebendige Läuse gefunden werden. Man findet sie folgendermassen:

  • Haare nass machen;
  • Pflegespülung/Conditioner grosszügig auf dem nassen Haar verteilen;
  • Haare gut entwirren durch gutes Durchkämmen mit einer Bürste oder Kamm; Strähne für Strähne die Haare vom Haaransatz bis zu den Spitzen mit einem speziellen Lauskamm durchkämmen und jeweils an einem weissen Papier (z.B. Haushaltspapier abstreifen)
  • um Kopfläuse und Eier zu sehen:
  • Haare gründlich ausspülen;
  • ALLE Familienmitglieder kontrollieren!

Sind Kopfläuse vorhanden; MUSS behandelt und gehandelt werden:

Behandelt wird mit einem speziellen Mittel gegen Kopfläuse aus Ihrer Apotheke oder Drogerie, das Fachpersonal kann Ihnen die für Sie optimale Behandlung empfehlen.

Behandelt

  • wird derjenige Kopf, auf dem lebendige Läuse gefunden wurden.
  • Beim Vorhandensein von Eiern oder Nissen müssen noch 2-mal pro Woche während 14 Tagen das Haar nach lebendigen Läusen durchsucht werden (Vorgehen wie oben beschrieben).

Gehandelt:

  • das nähere Umfeld muss informiert werden: Schule, Kindertagesstätte, Kindergarten, Familie, Freunde usw. Nur so verhindern Sie eine weitere Ausbreitung.
  • 1-mal in der Woche werden alle Familienmitglieder mit einem Lauskamm auf Läuse kontrolliert.
  • Kämme Bürsten, Haarspangen werden während 10 min. in 60 Grad heissem Seifenwasser gereinigt.
  • Lange Haare werden in dieser Zeit besser zusammen gebunden, ein Schneiden ist nicht nötig.
  • Ein zusätzliches Waschen von Kopfbedeckungen Kappen oder Helmen ist nicht notwendig, Läuse werden nicht auf diesem Weg übertragen.
  • Ein zusätzliches tägliches Waschen der gesamten Bettwäsche, Schlafanzüge, Handtücher, Leibwäsche ist nicht nötig.

Welche Präparate stehen zur Verfügung?

Wir empfehlen Präparate, bei denen kontrollierte Studien zur Wirksamkeit vorhanden sind.

Die bekannten die Läuse abtötenden Präparate (= Pedikulozide) haben als Einschränkung, dass sie bei Kindern unter 2 Jahren nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden dürfen. Das gleiche gilt für schwangere und stillende Frauen. Zudem werden vermehrt Resistenzen gefunden, das heisst, dass die Tiere zwar so geschädigt werden, dass sie fortpflanzungsunfähig sind, sich also nicht mehr vermehren können, aber nicht getötet werden Darum gibt es seit einiger Zeit physikalisch wirkende Mittel, die die Atmungslöcher der Läuse verstopfen, und so zum Absterben führen. Einige sind auf Silikon-Basis andere auf Kokosnussoel-Basis. Auch bei diesen Präparaten gibt es unterschiedliche Herstellerangaben ab welchem Alter sie angewendet werden dürfen. Ein Präparat (Hedrin®) ist mit genügend belegten Studien für Kleinkinder ab 6 Monaten und für Schwangere und Stillende geeignet. Es wird auf das trockene Haar von den Haarwurzeln bis zu den Haarspitzen aufgetragen und man lässt es mindestens 1 Stunde einwirken. Danach wird das Haar mit einem normalen milden Shampoo gewaschen und gut gespült. Dieses Vorgehen wird mindestens nach 7 Tagen wiederholt. Es empfiehlt sich jedoch, die Haare mit einem Lauskamm nach dem oben beschriebenen Verfahren ebenfalls einmal in der Woche zu kontrollieren. Eine gewisse Schutzwirkung kann man dem Weidenrindenteershampoo zusprechen. Eine Kontrolle ist trotzdem notwendig und wichtig Gute Internetadressen zu diesem Thema findet man unter lausinfo.ch bzw. unter kopflaus.ch Eine persönliche Beratung in Ihrer Apotheke oder Drogerie ist immer noch die beste Informationsquelle. Dort erhalten Sie die für Sie richtigen Präparate und Merkblätter mit den wichtigsten Informationen. In diesem Sinne ein gutes Heimkommen und bleiben Sie GESUND bis in die Haarspitzen

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