Schwere Beine

Jeder Mann oder eher jede Frau kennt die Situation von schweren Beinen. Als Kind kommt das nach sportlichen Aktivitäten vor und wird eher einem Muskelkater zu zuordnen sein. Bei den jüngeren Erwachsenen sind eher durchtanzte Nächte der Grund dafür. Medizinisch bedeutsame „schwere Beine“ lassen auf eine Venenschwäche schliessen. Hormonelle Einflüsse (Schwangerschaft, Antibabypillen-Einnahme), erblich bedingte Voraussetzungen, berufliche Gegebenheiten, wie stehende Berufe (ein Klassiker ist der des Coiffeurs) sind hier als Grund zu sehen.
Kurz: schwere Beine können harmlose Ursachen haben, aber auch auf ein ernstes Venenleiden hindeuten.
Leider sind die folgenschweren Veränderungen der tiefen Venen von aussen nicht sichtbar. Hinweise sind:

  • Schweren Beine
  • Geschwollene Knöchel
  • Kribbeln, Jucken bis zu stechenden Schmerzen

Sichtbare Veränderungen sind:

  • Besenreiser und
  • Krampfadern

Der Blutkreislauf im Körper ist in zwei miteinander arbeitenden Systeme aufgeteilt: in das arterielle und venöse. Dabei fliesst in den Arterien sauerstoffreiches Blut zu den Organen und in den Venen das „verbrauchte“ sauerstoffarme. Das sogenannte periphere venöse System in den Beinen dient als Blut-Reservoir und als Leitung um das Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Dabei ist je Körpergrösse eine bestimmte Höhendifferenz (gegen die Schwerkraft) zu bewältigen. Venen haben dafür Klappen, die natürlicherweise dicht sind, um ein Zurückfliessen des Blutes zu verhindern. Die umgebenden Muskeln in den Füssen, Waden und Oberschenkeln kontraktieren sich und drücken dabei die Venen ebenfalls zusammen. Diese Muskelpumpe ist in jedem Alter eine gute Unterstützung für die Venentätigkeit, die Übungen dafür sind einfach zu erlernen. Durch das Hochlegen der Beine (am besten höher als die Hüfte, speziell nachts beim Schlafen) unterstützt die Schwerkraft das Zurückfliessen!
Bei einer Venenschwäche ist der normale Rückfluss auf Grund von verschiedenen Ursachen gestört.

Man kennt folgende Risikofaktoren:
Das Alter, das weibliche Geschlecht u.a. mit Schwangerschaften, die Vererbung, wie immer das Übergewicht und Rauchen, die Körpergrösse, vorausgegangene Beinverletzungen u.a. tiefe Venenthrombosen, Entzündungen der venösen Gefässe, Umweltfaktoren wie langes Stehen oder Sitzen (auch beruflich), allgemein wenig Bewegung und wenig Sport; kurz Leben in industrialisierten Ländern!
Falls Sie bei sich Risikofaktoren erkennen und unter schweren Beinen leiden, sollten Sie gei Gelegenheit Ihren Hausarzt um Rat fragen. Die Diagnose wird meistens mit Hilfe der Dopplersonografie gestellt. Dabei wird mit Ultraschallwellen bestimmter Frequenz gearbeitet. Die Frequenz ändert sich, wenn die Schallwellen auf eine strömende Flüssigkeit treffen. Diese Änderung lässt sich farblich darstellen. Es gibt auch noch andere Verfahren.
Je nach Schweregrad und Ursache wird geeignete Therapie festgelegt:

  • Kompressionsstrümpfe, sie wirken über ein Einengen des Durchmessers der Venen. Damit schliessen die Venenklappen wieder besser und der Rückfluss wird unterstützt. Sie können vorbeugend und therapeutisch eingesetzt werden.
  • Venenmittel: lokal angewendet oder eingenommen, sollen die Gefässe abdichten und stärken. Aufgetragen können sie eher kühlen (Gele) oder eher die Haut pflegen (Cremen, Cremegel oder Salben), je nach Hautbeschaffenheit wird die eine oder andere Wirkung gewünscht. Viele pflanzliche Präparate haben einen nachweislichen Nutzen zeigen können.
  • Operativ werden entzündete, verschlossene oder kosmetisch störende Venen mit verschiedenen Methoden (gestrippt, verödet etc.) behandelt.

Unterstützende Massnahmen sollten immer zuerst versucht werden:

  • Mehrmals täglich die Beine über Herzhöhe hochlagern
  • Muskelpumpe aktivieren mit Sport und Bewegung
  • Nicht zu lange stehen oder sitzen
  • Erhöhtes Gewicht reduzieren
  • Rauchen aufhören
  • Hitze meiden und die Beine kühlen
  • Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (2 l am Tag!)

Lassen Sie sich beraten z. B. in der
Vinzenz Apotheke
eine quelle der gesundheit