Unsere Haut: Haare

Für die meisten von uns sind die Haare gleichbedeutend mit den Haaren auf dem Kopf und somit wichtig für unser Erscheinungsbild. Volles glänzendes Haar wird immer mit Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Attraktivität verbunden.
Haare sind entwicklungsgeschichtlich Überreste des Fells und dienen/dienten dem Schutz des Körpers: vor Sonneneinstrahlung, zur Isolation, vor Insekten, mechanischen Einwirkungen. Sie haben auch sensorische Funktionen, sichtbar bei Hühnerhaut, Haare sträuben etc.).Entlang des Haares verteilt sich der Talg, verantwortlich für den Haarglanz und Duftstoffe der Drüsen.
Haare befinden sich an fast jeder Körperstelle mit Ausnahme der Handflächen, Fusssohlen und den Schleimhäuten. Es gibt unterschiedliche Haartypen (feine Körperhaare der Frauen und Kinder, die kräftigen Körperhaare der Männer und die Langhaare des Kopfes und des Bartes um die drei wichtigsten zu nennen. (Weiterhin gibt es noch die Borstenhaare der Wimpern, der Augenbrauen, der Nase, der Ohren, der Kraushaare der Achselhöhlen und die der Schamgegend). Der Mensch hat ungefähr 5 Millionen Haarfollikel (das sind die Zellen, in denen die Haare gebildet werden). Davon sind circa 1 Million am Kopf und davon etwa 100 000 Haupthaare. Diese Haargrundzellen werden während des Wachsens im Mutterleib angelegt und können sich im späteren Leben weder neubilden noch regenerieren. Bei einer Zerstörung wachsen an dieser Stelle keine Haare mehr (z. B. auf Narben).

Das Wachstum unterliegt je nach Haarzelle einem eigenen, individuellen Zyklus. Deshalb ist die Haarerneuerung beim Menschen kontinuierlich. Wir verlieren keinen Winter- oder Sommerpelz; auch wenn saisonale Schwankungen normal sind. Es kann ein vermehrter Haarverlust im Frühjahr und Herbst beobachtet werden. Während dieses Zyklus werden 3 Phasen unterschieden:

  • In der 1.Phase (Anagen-Phase) findet das Längenwachstum statt mit durchschnittlich 1/3mm pro Tag. Sie dauert bis zu 6 Jahre.
  • In der 2. Phase (Katagen-Phase) findet der Abschluss des Wachstums statt, die Zellteilungsrate wird immer geringer und hört schliesslich ganz auf. Diese Phase dauert nur ca. 2-3 Wochen
  • Die 3. Phase (Telogen-Phase oder Ruhephase) dauert ungefähr 3-4 Monate. Dabei wird das Haar entweder ausgekämmt oder durch das neu wachsende „ausgestossen“.

Bis heute ist dabei die Steuerung (biologische Uhr) nicht bekannt. Wir können somit auch nicht ursächlich in diesen Kreislauf eingreifen. Die bekannten Präparate zur Unterstützung des Haarwachstum stellen dem Körper die dafür nötigen Substanzen: Eiweiss, Mineralien Spurenelemente und Vitamine in mehr als genügender Menge zur Verfügung. Somit sind eventuelle Mängel ausgeglichen und kommen als Ursache für eine fehlende Haarpracht nicht in Frage.

Haarverlust:
Wir verlieren normalerweise täglich 70-100 Kopfhaare. Das ist eine Zahl, die relativ hoch erscheint, aber völlig normal ist. Hormonelle Störungen (auch während oder nach einer Schwangerschaft) können nach 3 Monaten (siehe oben) zu einem vermehrten Haarausfall führen, der sich nach dem Wiedereinstellen des Gleichgewichtes von selber normalisiert. (Auf spezielle Fälle wird in einem nachfolgenden Ratgeber eingegangen.)

Haarfarbe:
Die individuelle Haarfarbe wird durch Einlagerung von Pigmenten bestimmt. Der Verlust der Farbe „Ergrauen“ kommt durch das nicht mehr Einlagern zustande. Das Einsetzen des „Grauwerden“ wird vom Alter und den genetischen Voraussetzungen bestimmt. Bei weissem Haar ist kein Pigment mehr eingelagert, sondern stattdessen Luft, die durch den veränderten Brechungsindex das Haar weiss erscheinen lässt.

Haarschäden durch kosmetische Massnahmen:

  • Tägliches Waschen der Haare mit den modernen Shampoos führt entgegen der landläufigen Meinung zu keiner Schädigung des Haares; wenn auf die Qualität des Shampoos geachtet wird. Wichtig ist auf jeden Fall ein genügend gründliches Ausspülen, dass keine Rückstände auf der Kopfhaut verbleiben und dort reizen und/oder austrocknen!
  • Dauerwellen, Färben und Bleichen können zu ernsten und zunächst vorübergehenden Schäden der Haare führen. Sie sind bedingt durch die chemischen Reaktionen und Strukturveränderungen an den Haaren. Beim Färben wird die Farbe entweder an der Haaroberfläche absorbiert (physikalisch) oder durch eine feste Verbindung mit dem Haarkeratin chemisch fixiert, was eine längere Dauer und eine hohe Waschbeständigkeit garantiert. Beim Bleichen werden durch chemische Verbindungen die Haarpigmente zerstört. Diese Schäden verschwinden mit dem Nachwachsen des neuen gesunden Haares.

Zur Pflege des Haares und Kopfhautzustände lesen Sie den nächsten Ratgeber.
Gesundheit ist auch Haut-und Haar-Sache
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