Verdauung

Die Weihnachtszeit mit ihren kulinarischen Versuchungen steht vor und in der Türe und viele von uns reagieren darauf mit einer Verdauungsstörung. Manchmal kann ein wenig Hintergrundwissen helfen unangenehme Stunden zu vermeiden. Der Verdauungstrakt stellt die Verbindung zwischen Innen und Aussen dar. Alles was wir zu uns nehmen wird dort durchgeschleust und in seine einzelnen Bausteine zerlegt. Das für den Körper Brauchbare wird über die Darmschleimhaut aufgenommen, das Unverdauliche über den Stuhl ausgeschieden. Dadurch kommt der Körper mit zahlreichen Giftstoffen und Krankheitserregern in Kontakt. Das erklärt, warum viele Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ernährungsbedingt sind. Aber auch unsere Psyche hat einen Einfluss auf die Verdauungstätigkeit.

Wir alle wissen, dass die Verdauung im Mund beginnt. Beim Kauen werden Enzyme mit dem Speichel in die Speise abgegeben und beginnen die Nahrung aufzubereiten. Daraus ergibt sich, dass wir genug gut kauen müssen, dass dieser Vorgang zustande kommen kann. Als Faustregel gilt, jeden Bissen 20-mal zu kauen bevor er hinunter geschluckt wird.
Über die Speiseröhre (ein zum Magen führender Muskelschlauch) gelangt der Nahrungsbrei weiter. Die Muskelbewegung (Peristaltik) ist so koordiniert, dass wir z.B. auch auf dem Kopf stehen können, und die Nahrung oder Flüssigkeit gelangt weiter.

Im Magen wird die Nahrung mit Hilfe des Magensaftes weiter durchgeknetet. (Er enthält Salzsäure, die als Abtötungsmittel für Keime und als Voraufschlüsselung für eiweisshaltige Nahrung dient und andere Enzyme um die Eiweisse abzubauen.). Die Magenwand muss vor diesem aggressiven Saft geschützt werden. So bildet der Magen einen Schleim, der die ganze Fläche überziehen muss, sonst kann es zu einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder zu einem Magengeschwür kommen.
Aus dem Magen gelangt der saure Speisebrei durch den Pförtner in den Dünndarm (ein ca. 3 m langes Rohr für Verdauung und Resorption der Nahrung) wo er durch den Saft der Bauchspeicheldrüse neutralisiert wird. In diesem Saft und dem ebenfalls hier eingeschleustem Gallensaft befinden sich auch die nötigen Enzyme für die Fett- Kohlehydrat- und Eiweiss-Aufspaltung in die kleinste und damit für den Körper aufnehmbare Form. Um die Aufnahme zu erleichtern bedient sich der Körper eines Tricks. Die Darmzotten (man kann sie sich als fingerartige Gebilde vorstellen) vergrössern die Oberfläche so dass sie die Grösse eines Fussballfeldes erreicht.

Nach dieser Passage bleibt eine Masse unverdaulicher Bestandteile zurück. Es handelt sich dabei um Ballaststoffe, Salze und Wasser. Letztere werden im Dickdarm soweit zurück-gewonnen, dass ein geformter Stuhl einsteht, der über den Mastdarm und den anschliessenden After ausgeschieden wird
Die Wände des unteren Dünndarms und des gesamten Dickdarmes sind mit einem Bakterien-rasen überzogen, der sogenannten Darmflora. (Eine fein abgestimmtes Gleichgewicht aus über 400 verschiedenen Bakterien und Hefearten.) Sie hilft uns einerseits bei der Verdauung (Abbau von Nahrungsbestandteilen die weiter oben noch nicht genügend abgebaut wurden) und bei der Abwehr von Krankheiten. Im Darm befindet sich auch noch ein Teil des Immunsystems in Form von Zellverbänden (Peyer`sche Plaques) die ständig die nötigen Antikörper produzieren.

Die Verdauung wird unwillkürlich geregelt. Das heisst, dass wir das mit unserem Willen nicht beeinflussen können. Zwei Gegenspieler der sogenannte Sympathikus und Parasympathikus regeln das für uns. Dabei ist der Parasympathikus für die Verdauung zuständig. Ein aktiver Sympathikus hemmt die Verdauung. Für uns heisst das, dass wir in einer entspannten Atmosphäre besser verdauen können.
Die bekannten Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder Durchfall, Appetitlosigkeit, Blähungen etc. sind auf eine Störung in diesem System zurückzuführen. Dagegen können ganz einfache Verhaltensänderungen bereits helfen:

  • Regelmässige Einnahme von nicht zu grossen Mahlzeiten in einer entspannten Atmosphäre.
  • Genügende Flüssigkeitsaufnahme während des ganzen Tages. Zu den Mahlzeiten selbst sollte nicht zu viel getrunken werden da sonst der Nahrungsbrei zu stark verwässert wird. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte pro Tag bei ca. 2 Litern liegen.
  • Bei bekannten Verdauungsbeschwerden bei fett- und eiweissreichen Mahlzeiten wie Fondue und Raclette wenig Alkohol trinken eher verdauungsfördernde Tees mit ätherischen Ölen wie Anis, Fenchel, Kümmel, (sie wirken auch vorbeugend gegen Blähungen) oder ein milder Schwarztee. Es hat sich auch die vorbeugende Einnahme von Schüssler Salzen (Nummer 6 und 9) bewährt.
  • Nach der Verdauungsruhe ist ein flotter Spaziergang der Verdauung (und der Figur) wohltuend.
  • Allgemein vorbeugend können Tropfen mit Bitterstoffen in warmem Wasser vor oder zu den Mahlzeiten eingenommen die Verdauung unterstützen.
  • Gegen zu sauren Magen helfen die bekannten Antazida (ihre Apotheke oder Drogerie gerät Sie fachkundig) oder auch schon ein Glas Kartoffelsaft, Milch oder der Genuss eines Apfels oder Banane. Die Wahl der Speisen, nicht zu scharf, nicht zu süss; wenig Kaffee; wenig Alkohol; weniger Zigaretten, kann ebenfalls viel bewirken.

Trinken Sie allgemein während der Festtage genügend Wasser, bewegen Sie sich ausreichend, (lieber einen Spaziergang als ein Kaffeekränzchen) und geniessen Sie die kommenden Tage wenn möglich im Kreis ihrer Lieben

Eine frohe Vorweihnachtszeit wünscht Ihnen
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
eine quelle der gesundheit