Zecken

Mit der warmen Jahreszeit kommen auch die Zecken wieder zum Biss. Ihre Beweglichkeit ist temperaturabhängig. Unter 10°Celsius können sich die Holzböcke kaum bewegen. Jetzt sind sie in alter Frische wieder unterwegs:

  • Vorkommen: Sie lauern im Unterholz und an niederwachsenden Pflanzen und kommen somit im Wald, in Parkanlagen und Gärten vor. (Sie fallen nicht von Sträuchern oder Bäumen herunter.)
  • Zeckenstiche: Sie suchen direkten Hautkontakt und krabbeln dann zu einer geeigneten Stelle (dünne Haut, die besonders warm ist d.h. zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken, und am Haaransatz). Sie bohren sich mit Hilfe eines Rüssels in die Haut, und halten sich mit Zähnen, die als Widerhaken dienen, dort fest. Mit ihrem leicht betäubenden Speichel spüren wir den Stich meist nicht.
  • Übertragung von Krankheiten: der Stich als solcher ist normalerweise harmlos und kann einen milden Ausschlag verursachen. Problematisch ist die mögliche Übertragung von Infektionskrankheiten. In unseren Breiten sind das vor allem die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis.(FSME)
  • Entfernung der Zecken:
    So bald als möglich!
    Vorgängig keine Hausmittel wie Öl usw. anwenden!
    Eine Pinzette, Zeckenzange oder ähnliches so nah wie möglich an der Haut ansetzen und mit gleichmässigem Zug, langsam und ohne Drehung herausziehen!
    In der Haut verbleibendes Mundwerkzeug wenn möglich mitentfernen; es kann aber auch in der Haut verbleiben und wird vom Körper mit der Zeit abgestossen.
    Die Wunde desinfizieren und allenfalls die Zecke in einem geeigneten Gefäss aufbewahren.
    Das Werkzeug gut reinigen und desinfizieren.
  • Nach einem Zeckenstich: Das Datum des Stiches notieren und die Einstichstelle gut beobachten (evt. Digitalfoto mit dem Handy). In den nächsten Wochen auf Allgemeinsymptome (Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen etc.) achten.
  • Vorbeugung: Geeignete Kleidung: geschlossene Schuhe, lange glatte und helle Hosen, (eventuell die Hosen in die Socken stecken) und sogenannte Repellentien (Zeckenspays) auf die Haut und Kleider sprühen. Die Schutzdauer ist bei den Präparaten jeweils angegeben. Auch Haustiere sind regelmässig auf Zecken zu untersuchen! Zwingend: nach jedem Aufenthalt in den Gebieten, in denen sich Zecken aufhalten, den Körper nach Zecken absuchen!

Eine der möglichen Krankheiten, die FSME, lässt sich durch eine Impfung verhindern: Neu wird allen Personen, die in einem Endemie Gebiet wohnen und älter als 6 Jahre sind, eine Impfung empfohlen: 3 Spritzen im ersten Jahr, die Auffrisch-Impfungen sollen alle 10 Jahre vorgenommen werden. Im Aargau sind die gefährlichen Gebiete folgende: Rheinfelden/Möhlin/Wallbach, Oberfrick/Bezirk Laufenburg, Koblenz/Döttingen/Zurzach, Baden/Wettingen (siehe www.bag.admin.ch/themen/medizin)
Die Viren können sofort nach dem Stich übertragen werden. In einem der obengenannten Gebiete beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion rund 1%. Meist beschränkt sich die Erkrankung auf Sommergrippe-ähnliche Allgemeinsymptome und wird deshalb oft verkannt. Nur rund 10% der infizierten Patienten entwickeln schwerere Symptome (hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Sprech- und Gehstörungen und Lähmungserscheinungen). Deshalb muss bei Anzeichen von Allgemeinsymptomen und später von schwereren Symptomen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden!
Lyme-Borreliose: Wurde die Zecke sofort nach dem Befall sachgemäss entfernt, ist eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich. Das Bakterium befindet sich bei der Zecke im Mitteldarm und gelangt nur mit den Ausscheidungen der Zecke in den Menschen. Daher erfolgt eine Übertragung erst nach rund 24 Stunden. Bei 2/3 der infizierten Personen entwickelt sich nach 3 bis 30 Tagen ein ringförmiger, rötlicher, sich ausbreitender Ausschlag und oft auch Grippe-ähnliche Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Im Verlauf der Erkrankung kommt es ohne Behandlung bei einem Teil der Patienten zum Befall weiterer Organe mit eventuell chronischen Schädigungen! Mit einer antibiotischen Behandlung kann der Arzt diese Folgeschäden verhindern. Bei Unsicherheit frühzeitig zum Arzt gehen.

Schützen Sie sich durch geeignete Kleidung, kontrollieren Sie sich und ihre Lieben auf Zeckenbefall, wir beraten Sie gerne weiter.

Trotz allem einen schönen Aufenthalt im Freien
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
eine quelle der gesundheit