Hämorrhoiden Teil 1

In diesen besonderen Zeiten sind auch besondere Körperzonen speziell gefordert. Wir machen Homeoffice und sitzen dabei sehr viel. Natürlich sind ein stündliches Aufstehen und Herumlaufen möglich aber es machen leider nicht alle. Wir möchten Sie dazu ermuntern, damit es nicht zu den „sitzenden“ Problemen kommt.

Ein „Sitzproblem“ sind Hämorrhoiden, das Thema dieses Ratgebers.

Beginnen wir mit der Prävention, die beste Möglichkeit einen Hämorroidalanfall zu vermeiden.

  • Regelmässige körperliche Betätigung (mindestens 30 min. täglich) wie schwimmen, wandern, joggen, walken, und/oder zurzeit besonders gut machbar: Beckenbodengymnastik!;
  • Ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung;
  • Genügende Trinkmenge mindestens 2 Liter täglich; das ist besonders wichtig um die ballaststoffreiche Nahrung auch gut „quellen“ zu lassen;
  • Sich Zeit nehmen für die tägliche „Sitzung“, bitte kein übermässiges Pressen;
  • Keine zu langen Aufenthalte auf der Toilette (nicht länger als 3-5 min. sitzen bleiben).

Was sind Hämorrhoiden?

Alle Menschen haben sie. Es ist entgegen der allgemeinen Vorstellung keine Erkrankung, sondern eine Art Gefäss-Polster, das ringförmig unter der Schleimhaut am After liegt. Seine Funktion besteht darin, den Schliessmuskel zu unterstützen, dass der After abgedichtet ist und der Stuhl willentlich zurückgehalten werden kann.

Wenn diese Hämorrhoiden sich vergrössern und /oder sich tiefer präsentieren können sie Beschwerden verursachen. Im Volksmund werden sie eben fälschlicherweise als Hämorrhoiden bezeichnet.

Welche Beschwerden treten auf?

Anfänglich sind die Hämorrhoiden von aussen weder tast- noch sichtbar. Erst in fortgeschrittenen Stadien wölben sie sich vor. Sie vergrössern sich und treten während des Stuhlgangs bei starkem Pressen vor den After. Dabei kommt es meistens zu Blutungen. Das Blut ist hellrot und auf dem ausgeschiedenen Stuhl, auf dem Toilettenpapier oder in der Unterwäsche sichtbar. Das Blut stammt von einer Beschädigung der dünnen Gefässwände durch den harten Stuhl zustande. Es gelangt in den Analkanal und dann „ins Freie“.

Je nach Grösse der Hämorrhoiden werden 4 Schweregrade definiert. Wir können nur die beiden ersten in der Apotheke beraten. Beim erstmaligen Auftreten ist auch ein Arztbesuch zu empfehlen, einfach um sicherzustellen, dass keine andere Grunderkrankung vorliegt!

Je nach Schweregrad treten auch Probleme mit dem Abdichten des Afters auf. Es können feuchte Gase und Stuhl nach Aussen gelangen. Ein Ausschlag oder Entzündungen mit Juckreiz, Nässen und Brennen sind zum Beispiel eine Folge. Oft reagieren die Patienten mit einer allzu aggressiven Reinigung darauf. Das verstärkt aber die lokalen Beschwerden. Eine schonende Reinigung mehrheitlich mit Wasser, keine vorgetränkten „Feuchttücher“ (Ausnahme die medizinischen) und Trocknen mit normalem Wc-Papier oder besser mit warmer Luft sind zu empfehlen.

Was weiss man über die Ursache?

Leider gibt es darauf keine konkrete Antwort. Eine chronische Verstopfung mit mangelnder Bewegung und die Verbindung mit einer sitzenden Tätigkeit scheinen die Problematik zu begünstigen. Der Klassiker Übergewicht gehört auch dazu. Das hohe Gewicht drückt auf den Enddarm, behindert dadurch dort die Blutzirkulation, und erweitert somit die Gefässpolster. Eine Schwangerschaft kann den gleichen Effekt machen. Verstärkend kommt noch die Lockerung des Bindegewebes durch die hormonelle Umstellung dazu. Eine genetische Komponente wird auch beobachtet. Menschen mit einem „schwachen“ Bindegewebe leiden häufiger darunter. Das Alter ist ebenfalls ein Risikofaktor. Die Elastizität der Gefässwände lässt zunehmend nach und die Probleme kommen dadurch zustande oder verschärfen sich. Es gibt jedoch keine Daten, die den Konsum von Alkohol oder den Genuss von Gewürzen mit dem Auftreten von Hämorrhoidal-Beschwerden verbinden. Betroffene beobachten aber sehr wohl beim Genuss verschiedener „Sachen“ eine Verschlechterung. Das Weglassen ist bereits eine Hilfe.

Wann muss man sofort zum Arzt?

  • Bei starken Schmerzen (es kann sich um eine lokale Thrombose handeln)
  • Schmerzen, die durch den Stuhlgang verstärkt werden können auf tiefe Einrisse deuten, oder auch auf einen Abszess
  • Dunkel gefärbtes Blut

Ebenfalls ist ein zügiger Arztbesuch unerlässlich bei

  • Ungewollter Gewichtsabnahme,
  • Unerklärlicher Müdigkeit
  • Veränderung der Stuhlkonsistenz, genauer bei einem ständigen Wechsel von Durchfall und Verstopfung ohne Erklärung durch die genossenen Mahlzeiten.
  • Unerklärliche Dunkelfärbung des Stuhles

Im folgenden Ratgeber gehen wir noch genauer auf die möglichen Behandlungen ein

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