Hämorrhoiden Teil 2

Wie behandeln?

Wie bereits im ersten Ratgeber erwähnt, ist bei einem erstmaligen Auftreten, die Symptome wurden beschrieben, ein Arztbesuch zur Abklärung notwendig!

Wir in der Apotheke oder Drogerie dürfen nur bei den beiden ersten Schwere-Graden Empfehlungen machen. Sie bewirken eine Linderung durch die Verringerung der Symptome und sie versuchen eine Rückbildung der Hämorrhoidal-Polster zu bewirken. Eine Verhaltensänderung muss zur Genesung ebenfalls erfolgen!

Beruhigend ist die Tatsache, dass es in der Regel zu Spontanrückbildungen innerhalb von weniger als 2 Wochen kommt. In diesen Fällen ist die Verhaltensänderung ausschlaggebend, damit die Besserung anhalten kann.

Was muss also immer geändert werden?

  • «Stuhlregulierende» Massnahmen: d.h. es müssen mehr Ballaststoffe in die Ernährung aufgenommen werden und die Menge an eingenommener Flüssigkeit muss ebenfalls erhöht werden. Leider ist das ein allgemeiner Hinweis. Ballaststoffe sind in Gemüsen und Obst natürlicherweise vorhanden. Also den Speiseplan in diese Richtung verändern. Vollkornprodukte enthalten ebenfalls viel mehr Ballaststoffe. Eine andere Variante ist die tägliche Einnahme von Quellmitteln. Die Natur bietet zum Beispiel Flohsamen oder Leinsamen an. Es gibt auch vorverarbeitete Produkte (auf natürlicher Basis) zu kaufen. Diese müssen jeweils mit genügend! Flüssigkeit eingenommen werden. Diese Massnahmen müssen täglich erfolgen!
  • Eine gute Pflege, wie Sitzbäder mit entzündungshemmenden Zusätzen (Kamille, Schwarztee oder Eichenrinde, keine Seife) helfen ebenfalls. Es helfen auch die speziellen Toilettenaufsätze, die nur mit warmem Wasser reinigen. Ein Wort zur Reinigung: das Beste ist Wasser, oder zuerst mit weichem Toilettenpapier und anschliessend feucht säubern. Die im Handel angebotenen Tüchlein haben allerdings das Risiko allergischer Reaktionen. Ebenfalls sind parfümierte Produkte zu meiden.
  • Baumwollunterwäsche ist saugfähig und luftdurchlässig, damit ist eine Verdunstung der Feuchtigkeit möglich.
  • Individuell sollte auf das Konsumieren von «Schleimhaut reizenden» Nahrungsmitteln wie z.B. Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze oder scharfer Senf verzichtet oder der Genuss minimiert werden.
  • Langes Sitzen, Liegen und allgemein der Bewegungsmangel erhöhen die Gefahr von hartem Stuhl. Regelmässige Bewegung ist auch hier TRUMPF.
  • Häufiges Tragen schwerer Lasten sollte ebenfalls minimiert werden.
  • Und wie immer, bei einem allfälligen Übergewicht, ist eine Gewichtsreduktion ebenfalls hilfreich.

Behandlung:

  • Vorrübergehend können milde Abführmittel eingesetzt werden. (Ärztlich verordnete Abführmittel können, dürfen oder müssen über lange Zeit angewendet werden.) Dabei handelt es sich um sogenannte osmotische Laxantien, die über ihre Wasserbindung den Darm einerseits mehr füllen und andererseits den Inhalt «auflockern» können.
  • Lokal angewendete Gleitmittel wie Vaseline oder wasserhaltige Gele werden als Erstes angewendet. Sie verringern die Reibung bei der Darmentleerung und schützen damit die Schleimhaut. Ihre Wirkung scheint gleich zu sein wie die anderen eingesetzten «Salben» mit den diversen «Wirkstoffen». Letztere enthalten üblicherweise lokal wirkende Anästhetika (betäuben die Stelle), entzündungshemmende oder zusammenziehende Zusätze. Manche enthalten noch die Venen schützenden Stoffe. Normalerweise wird dieser Effekt durch eingenommene Wirkstoffe erreicht. Es gibt sogenannte Venentonika, die einerseits bei «allgemeinen» Venenproblemen als auch in diesem eher speziellen Fall mit Erfolg eingesetzt werden.

Zur Anwendung:

Zäpfchen sollen nicht zu weit eingeführt werden (der Patient sollte das Zäpfchen noch mit der Fingerkuppe ertasten können). Zu weit eingeführte Präparate kommen nicht genügend mit den Hämorrhoiden in Berührung.

Salben mit einem Applikator müssen so angewendet werden: erst beim Herausziehen soll auf die Tube gedrückt werden. Auf diese Weise gelangt die Salbe rundum auf die zu behandelnde Region, in den After und auf seinen Rand.

  • Ebenfalls kommen Schmerzmittel zum Einnehmen, in den üblichen Dosierungen, kurzfristig zum Einsatz.

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