Zecken Erkrankungen

Wir haben bereits einen Ratgeber über Zecken publiziert. Sie können ihn auf unserer Homepage in der Rubrik Ratgeber unter Z nachlesen. Dort lesen Sie das Wichtigste über diese unangenehmen Tiere. Wir haben in den letzten Wochen vermehrt mit Zeckenbissen zu tun bekommen, darum möchten wir erneut auf dieses Thema eingehen:

Rechtliches:
Ein Zeckenbiss (oder Zeckenstich) ist ein Unfall!
In der Schweiz (als einzigem Land in Europa) ist die Unfallversicherung für die Finanzierung auch der Folgeerkrankungen zuständig. Dabei handelt es sich um die folgenden
Krankheiten:

  • Borreliose / Lyme-Krankheit
  • FSME = Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Hirnhautentzündung und die
  • Tularämie.

Wenn ein Arztbesuch nötig wird aufgrund eines Zeckenbisses ist die Unfallversicherung für die Finanzierung des Ereignisses zuständig. Das heisst für Sie als Betroffene/r: melden Sie den Arztbesuch ihrer Unfallversicherung. Je nach Situation von Ihnen ist das die Unfallversicherung Ihres Betriebes (SUVA ist die bekannteste) oder die Unfallversicherung ist in Ihrer Krankenversicherung eingeschlossen.

Arztbesuch:
Nach der baldmöglichsten Entfernung der Zecke muss die Stelle desinfiziert werden. Man sollte möglichst ein Foto machen, das Datum notieren und in den kommenden Wochen die Stelle mindestens einmal täglich kontrollieren.

Mögliche Beschwerden:
-Tritt eine Hautrötung auf, die sich vergrössert und wandert (Wanderröte) oder
– zeigen sich Kopf-, Gelenk- oder grippeartige Beschwerden, oder es zeigt sich eine
– fortschreitende Entzündung der Eintrittsstelle (es heilt nicht, sondern wird immer schlimmer)
ist ein Arzt aufzusuchen!

Gemäss Information vom BAG sind in der Schweiz 5 bis 30% (stellenweise bis zu 50%) der Zecken Träger von Borrelien (ein Bakterium) und etwa 0.5% Träger des FSME- Virus. Die Tularämie oder Hasenpest wird ebenfalls durch ein Bakterium verursacht.

Ein Exkurs zum Thema Infektionskrankheiten. Ausbrüche, Epidemien, Pandemien gemäss BAG.

Viren und Bakterien sind allgegenwärtig. Das haben wir gerade schmerzlich deutlich erlebt. Von einem
Ausbruch spricht man, wenn eine bestimmte Krankheit innerhalb einer begrenzten Gemeinschaft, Region oder Saison vermehrt auftritt. Wir erleben das normalerweise bei Salmonellen oder Noroviren. Durch eine genaue Abklärung bei den Betroffenen kann die Quelle gefunden und anschliessend beseitigt werden. Damit ist der Ausbruch normalerweise beendet.

Epidemie:
Eine Infektionskrankheit tritt stark gehäuft, örtlich und zeitlich begrenzt auf. Bei uns in der Schweiz betrifft das die saisonale Grippe, Lyme-Borreliose, FSME oder auch in städtisch geprägten Regionen sexuell übertragbare Krankheiten. Das BAG analysiert diese Fälle, bewertet die Risiken und erstellt dazu epidemiologische Berichte, die zu Impfempfehlungen, Bekämpfungsstrategien oder Präventionsprogrammen führen.

Pandemie:
Hier handelt es sich um die Ausbreitung einer bestimmten Infektionskrankheit in vielen Ländern oder sogar Kontinenten. Das erleben wir gerade! Bis anhin gab es nur Empfehlungen zu Hygienemassnahmen oder zu Prävention oder Behandlung.
Im momentanen Pandemie-Fall sind die Informationen über die Erkrankung als solche, den Verlauf etc. zu wenig bekannt, um unveränderbare Anweisungen zum Verhalten der Bevölkerung zu geben.
Die Abstandsregelung und die Hygiene-Massnahmen waren eine erfolgreiche Strategie, die Infektionszahlen herunter zu bringen. Die Zukunft wird weitere Strategien zeigen.

Zum Thema Epidemie, wie es die Zahlen zu den Krankheiten der zeckenübertragenden Krankheiten zeigen, werden wir in den kommenden Ratgebern sprechen. Zum Thema Prävention haben wir bereits im ersten Ratgeber Tipps gegeben. Zeckenspays helfen die Plagegeister fern zu halten. Es gibt verschiedene dafür zugelassene Wirkstoffe:

  • DEET nicht zu empfehlen bei Menschen mit empfindlicher Haut und bei Kindern unter 2 Jahren (allergische Reaktionen sind bei diesem Wirkstoff vermehrt beschrieben worden).
  • Icaridin oder Citridiol sind in ihrer Wirkung mit DEET vergleichbar und sind viel hautverträglicher. Einzelne Produkte können bereits bei Kindern ab 1 Jahr angewendet werden.

Alle Produkte wirken zeitlich begrenzt und können keine absolute Garantie geben nicht gebissen oder gestochen zu werden. Es muss trotzdem immer nach einem Aufenthalt im Freien in Waldnähe der ganze Körper gut kontrolliert werden.

Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
Eine Quelle der Gesundheit