Zecken Erkrankungen 3: Tularämie (Hasenpest)

Unser 3. Ratgeber ist der noch selteneren Krankheit Tularämie gewidmet. Ich habe diese Erkrankung das erste Mal im Fernsehen bei: Ärzte gegen Internet kennen gelernt. Da sie ebenfalls von Zecken übertragen werden kann, darf sie in dieser «Serie» nicht fehlen. Die Erkrankung ist ebenfalls meldepflichtig.

Es ist eine Tierkrankheit, die gelegentlich auf den Menschen übertragen wird. Der Name Hasenpest zeigt wer das eigentliche «Opfer» ist: verschiedene kleine Säugetiere (wildlebende Hasen, Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen). Das Beschwerdebild ähnelt der Pest: eiternde, nicht heilende Wunden wie Beulen mit Lymphknotenbeteiligung. Der Name Tularämie wurde von dem «entdeckenden» Arzt namens Edward Francis gegeben. Er arbeitete in Tulare in Kalifornien USA. Das Bakterium heisst daher Francisella tularensis. Es ist hochansteckend, sehr klein und kälteresistent. Es wird durch Wärme und die üblichen Desinfektionsmittel zerstört

Übertragung:

Über direkten und indirekten Kontakt mit infizierten Tieren (auch beim Jagen, enthäuten oder Schlachten). Der indirekte Weg geht über Stiche oder Bisse von Parasiten der infizierten Tiere wie Zecken, Flöhe etc. oder durch das Einatmen erregerhaltigen Staubes (verunreinigtes Heu, Silofutter, Erde, Staub etc.)

Krankheitsbild/Symptome:

Bei Tieren verläuft die Erkrankung meist tödlich. Haushunde oder Hauskatzen scheinen gegenüber dem Erreger weitgehend resistent zu sein. In seltenen Fällen kommt es zu einem Krankheitsausbruch mit Fieber, Leber-, Milz- und Lymphknotenschwellung, Gelbsucht, Schnupfen etc. Die erkrankten Tiere werden wie die Menschen mit Antibiotika behandelt.

Bei den Menschen tritt die Krankheit nach 3 bis 5 selten erst nach 21 Tagen auf. Die Symptome sind Fieber, fortschreitende Entzündung der Eintrittsstelle mit einer Lymphknotenschwellung. Beim Einatmen des Erregers treten hohes Fieber auf und Entzündungen in den betroffenen Organen (meist die Lunge, Lungenentzündung).

Diagnose:

Der Erreger kann im Labor nachgewiesen werden, (über eine Anzucht auf Nährmedien oder direkt über Nukleinsäure-Nachweisverfahren und Antigen-Nachweise.)

Therapie:

In der Regel mit Antibiotika, je nach Situation wird das geeignetste ausgewählt. Da es sich um eine schwere lebensbedrohende Erkrankung handelt, insbesondere bei der inneren Form, ist eine Therapie unumgänglich! Ohne antibiotische Behandlung ist die Sterblichkeits-Rate über 30%. Die amerikanischen Tularämie-Formen sind noch deutlich gefährlicher (virulenter).

Eine überstandene Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität!

Vorbeugung:

Es existiert in den USA ein abgeschwächter Lebendimpfstoff, der aber in Europa nicht erhältlich ist. Bei einer wahrscheinlichen Exposition (z.B. in einem Labor) kann man eine medikamentöse Prophylaxe erwägen. Beim Auftreten von Symptomen wird therapiert.

Zecken allgemein:

Zu den Überträgern zurückkehrend ist in der Schweiz eine Präventions-App zu Zecken für Smartphones erhältlich. Interessierte können sie auf ihr Handy laden. Sie gibt viele Informationen rund um Zecken. Z.B. wie sie entfernt werden können, was dann zu tun ist und vieles mehr.

Bleiben Sie gesund

Ihr Team der Vinzenz Apotheke