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Fiebersenkende Massnahmen

Gespeichert von Admin am/um Do, 04/05/2017 - 15:46

Wie schon mehrmals betont, ist Fieber grundsätzlich und besonders aus naturheilkundlicher Sicht ein positives Geschehen. (Der griechische Arzt Parmenides 540-480 v. Chr. soll gesagt haben: gebt mir die Möglichkeit Fieber zu erzeugen und ich heile jede Krankheit). Unser Immunsystem ist bei Temperaturen um 38° bis 39°C optimal aktiviert um das Wachsen der Krankheitserreger zu hemmen. Das benötigt Zeit und Ruhe: Bettruhe und Heilschlaf, mit der Einnahme genügender Mengen an Flüssigkeit. Optimal sind dünne schweisstreibende, beruhigende Tees. Erst wenn das Fieber höher steigt sind fiebersenkende Massnahmen sinnvoll.
Durch das Schwitzen verdunstet Wärme und senkt somit die Körpertemperatur.

Holunderblüten und Lindenblüten (einzeln oder gemischt) 2 Teelöffel der geschnittenen Blüten auf 250 ml aufgekochtes Wasser geben 10 Minuten ziehen lassen und so heiss wie möglich trinken. Den Geschmack kann man bei Bedarf mit 1 Teelöffel Zitronensaft oder Honig verändern.
Für eine echte Schwitzkur (ist nicht jedermanns Sache) fährt man wie folgt fort: in ein baumwollenes Nachtgewand gut eingepackt mit einer Wolldecke ins Bett! Nach ca. 20 min. zieht man das verschwitzte Nachtgewand aus, trocknet sich schnell und gründlich ab, zieht ein frisches an und deckt sich mit frischem Bettzeug zu. Es sollte noch mindestens eine Stunde geruht werden mit viel trinken um die verlorene Flüssigkeit zu ersetzten. Diese Schwitzkur darf bereits bei Kindern ab 3 Jahren so angewendet werden.
Ansonsten ist ein nicht zu warmes Einpacken bei Fieberschüben speziell bei Kleinkindern wichtig, die Wärme soll leicht abgegeben werden können.
Aber allgemein ist viel trinken bei Fieber wichtig!

Wadenwickel:
Wadenwickel senken Fieber, indem sie die Wärme aus dem Körper ableiten. Kalte Waschung oder Ganzkörperwickel können das auch, sind aber entweder für den Körper belastender oder zuhause schwieriger anzuwenden. Für Kinder sind Wadenwickel oder „Essigsöckli“ einfach anzuwenden und hilfreich.
ZU BEACHTEN: Die Beine müssen fühlbar warm sein! und der Patient darf nicht frösteln.
So geht’s:

  • beide Waden werden getrennt gewickelt, für jedes Bein ein Tuch
    Material: Tücher, Frottee Handtücher, Plastikfolie, evt. Socken
    ( Säuglinge = Herrentaschentücher, Klein- und Schulkinder = Küchenhandtücher, Erwachsene dito). Wasser mögliche Zusätze: 1 El Obstessig auf 1 l Wasser; ein leichter Pfefferminz-Tee; eine Scheibe einer Bio-Zitrone sternförmig einschneiden und in der Schüssel mit Wasser mit einem Löffel „ausdrücken“.
    Vorgehen: Die Tücher werden mit ca. 1-5°C kälterem Wasser als die zu behandelnde Person Temperatur hat genässt (gut auswringen) und um die Waden gewickelt. Darüber wird ein trockenes Frottee Handtuch gewickelt und mit warmen Socken „fixiert“. Das Bett mit einer Plastikfolie oder einem dicken Badetuch vor der Nässe schützen. Den Körper vom Knie aufwärts zudecken. Diese Wadenwickel können jeweils nach 10 bis 15 min. bis zu 4x gewechselt werden. Damit sollte eine Temperatur Reduktion von einem Grad erreicht werden Falls nötig können nach einer weiteren Pause von mindestens 2 Stunden die Wickel erneut zum Einsatz kommen. Falls der Patient einschläft, schlafen lassen!

Vergleichbar sind:

  • Nasse Socken nach Kneipp:
    Sie lindern auch im Sommer die Beschwerden bei schweren müden Beinen.
    Material: 1 Paar Leinensocken, 1 Paar Wollsocken, kaltes Wasser mit Zusätzen wie Essig, Zitrone, Pfefferminze etc. Die Socken müssen bis zum Knie reichen.
    Vorgehen: die Leinensocken (im Kneipp Verein erhältlich) nässen und gut auswringen, eng anlegen (drehen, dass sie eng an der Haut anliegen) und die Wollsocken darüber ziehen. Die Wollsocken müssen die Leinensocken vollständig überdecken. Die „nassen Socken“ bleiben so lange, wie sie als angenehm kühl empfunden werden, die Anwendung kann wiederholt werden, sobald sich die Füsse wieder warm anfühlen.

Fiebersenkende Medikamente besonders bei Kindern:

  • Salicylate besonders Acetylsalicylsäure besser bekannt unter ihrem prominentesten Namen Aspirin®.
    Diese Medikamentengruppe ist wegen der Gefahr eines Reye-Syndroms für das Fiebersenken während einer Infektionskrankheit bei Kindern nicht mehr erlaubt.
  • Paracetamol (Dafalgan®, Benuron® etc.) werden in einem Intervall von mindestens 4 bis 8 Stunden (unbedingt die 4 Stunden einhalten!) je nach dem Gewicht und dem Alter des Kindes gegeben.
  • Ibuprofen (Algifor® z.b.) wird ebenfalls in einem Intervall von mindestens 6 bis 8 Stunden gegeben wieder je nach Alter oder Gewicht.

Wirkt Paracetamol alleine nicht genügend, darf erst nach 4 Stunden die Ibuprofen-Dosis gegeben werden! Ohne ärztliche Verordnung darf auch Paracetamol nicht länger als 3 Tage hintereinander gegeben werden!

Homöopathie: auch mit homöopathischen Mitteln kann den Patienten (unabhängig vom Alter) bei Fieberschüben geholfen werden. Die Mittel muss man im Mund zergehen lassen. Man kann als Stärke die Potenz C30 (meist reicht eine Einzelgabe von 5 Globuli) oder von C6 (die man ev. halbstündlich wiederholt bis sich eine Reaktion zeigt) wählen.
Es gibt viele bei Fieber geeignete Mittel, am besten lassen Sie sich beraten. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Aconitum: bei hohem Fieber OHNE Schweiss, grosser Unruhe, mit grossem Durst auf kaltes Wasser und der Patient möchte sich abdecken;
  • Belladonna: wenn der Patient dann anfängt zu schwitzen und einen hochroten Kopf bekommt; der Patient ist sehr unruhig und hat ev. wilde „Träume“
  • Nux vomica: ist hilfreich bei Patienten mit Frösteln, Gliederschmerzen, er wird ungeduldig und reizbar, kann seine Schmerzen kaum ertragen und weist durch seine Überarbeitung eine hohe Erkältungsanfälligkeit auf;
  • Eupatorium: bei extremem Zerschlagenheitsgefühl mit einem morgendlichen Fieberanstieg mit Kopfschmerzen; auch die Nasennebenhöhlen und die Bronchien sind betroffen (typisches Grippegefühl)

Am besten bleiben Sie gesund ansonsten lassen Sie sich beraten z.B. bei uns in der

Vinzenz Apotheke
eine quelle der gesundheit