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Kinder: Tipps und Tricks - WIE gebe ich das Medikament am Besten

Gespeichert von Admin am/um Mo, 05/03/2018 - 09:55

Je nach Alter des Kindes sind gewisse Einnahmeformen möglich oder eben nicht. Die Altersgruppen werden gemäss unserer Heilmittelbehörde folgendermassen definiert:

Neugeborene ab dem Geburtstag bis zum 27. Tag
Säuglinge/Kleinkinder ab 28.sten Lebenstag bis 23 Monate
Kinder 2 bis 11 Jahre
Jugendliche 12 bis 18 Jahre

Kinder sollten nie angelogen werden! Wenn ein Medikament in flüssiger Form, ein Saft oder Sirup, nicht gut schmeckt, z.B. bitter ist, sollte man das dem Kind sagen. Kinder haben einen feineren Geschmackssinn als Erwachsene und empfinden viele Geschmacksrichtungen viel intensiver. Falls also ein Medikament nicht gut schmeckt, wird das Kind darauf reagieren und glaubt einem bei einer falschen Angabe nicht mehr. Besser ist, ihm ein „gut“ schmeckendes Getränk, Brei, Joghurt oder ähnliches, etwas das es gerne mag, sofort zu geben, dass der unangenehme Geschmack nicht lange im Mund bleibt. Und Wichtig! Es soll gelobt werden wie gut, toll es das macht, und nicht, dass es das macht.
Vielleicht hat der Antibiotika-Sirup „Virus-Tüfeli“, die es nach jeder Einnahme eindrücken kann. Oder es darf ein lustiges Kleberli auf den Kalender kleben, einfach etwas das ihm Freude macht.
Vorsicht ist beim Vermischen des Medikamentes mit Grundnahrungsmitteln geboten! Kinder können dann bei einem schlechten Geschmack eine Abneigung dagegen entwickeln.
Ein Vermischen mit Nahrungsmitteln ist immer problematisch, denn wenn die gemischte Portion nicht vollständig eingenommen wird, ist das Abschätzen der eingenommenen Menge fast unmöglich.

Neugeborene oder Frühgeborene:
Sie benötigen nur in seltenen Fällen zuhause Medikamente. Die Eltern werden vom Spital aus sehr gut instruiert, wie sie vorgehen müssen.

Säuglinge und Kleinkinder:
In der Regel kommen vor allem Säfte oder Sirupe (Flüssigkeiten die eingenommen werden = Oralia) in Frage. Die ganz Kleinen haben einen starken Saugreflex, aber noch einen geringen Schuckreflex. (Es gibt deshalb einen speziellen Sauger). Mit einer Spritze kann man kleine Mengen an die Wangeninnenfläche geben (nicht auf die Zunge, die nimmt den Geschmack stärker wahr) oder mit einem Löffel kleine Portionen geben.
Der Geschmack wurde bereits erwähnt; zur Geschmackskorrektur eignen sich Sirup, Marmelade oder Obstmus. Ölige Zubereitungen werden durch Eiscreme, Pudding oder dickflüssige Säfte aufgepeppt. Rituale können helfen: es wird immer derselbe Löffel genommen; zuerst bekommt der Teddy, die Puppe die Medizin, dann das Kind; oder: das Kind gibt dem „Lieblingstierli“ die „Tierli-Medizin“, die Mama/der Papa gibt dem Kind die Kinder-Medizin. Der Phantasie sind nur zeitliche Limiten gesetzt.
Zäpfchen sind in dieser Altersstufe auch eine gute Darreichungsform. Vor der Verabreichung soll es mit einer Creme/Salbe o.a. „befeuchtet“ werden, es erleichtert das Einführen. Dem Kind wird gesagt, dass das Zäpfchen in den Po eingeführt wird. Wenn es dabei tief einatmet wird der Pomuskel entspannt und es geht leichter. Die Pobacken werden anschliessend zusammengedrückt, damit wird das Herausdrücken verhindert. (Trotzdem lieber nach einiger Zeit kontrollieren, ob es nicht doch herausgedrückt wurde.) Es gibt eine kontroverse Diskussion darüber mit welchem Ende die Zäpfchen eingeführt werden sollen, und warum. Wenn Kinder diese Anwendung tolerieren ist es eigentlich egal wie, Hauptsache dass!
Klysmen, also kleinere Mengen Flüssigkeit, die über den Po verabreicht werden, sollten soweit angewärmt werden, dass sie Körpertemperatur haben und auch hier das glitschig machen, (Creme oder Salbe) nicht vergessen. Der Füllkörper muss zusammengedrückt aus dem Po gezogen werden, dass ein Zurücksaugen der Flüssigkeit nicht passieren kann.

Tabletten oder Kapseln können frühestens ab 3 Jahren verabreicht werden. Tipp: bei Tabletten den Kopf nach hinten neigen, bei Kapseln nach vorne.
Die weiteren Arzneiformen werden wir im nächsten Ratgeber vorstellen.

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