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Kinder: Tipps und Tricks - WIE gebe ich das Medikament am Besten Teil 2

Gespeichert von Admin am/um Mo, 16/04/2018 - 10:04

Augen:
Die Anwendung von Augen-Tropfen oder -Salben sind für Kinder meist sehr unangenehm. Wenn sie sich wehren, fliessen Tränen, die das Medikament einfach wieder herausspülen. Die Kinder müssen daher gut vorbereitet werden. Die Tropfen sind einfacher zu applizieren, wenn sie leicht angewärmt werden (analog der Anwendung bei Ohrentropfen). Säuglinge und Kleinkinder nimmt man am besten auf die Knie mit einem Kissen unter dem Rücken und dem Kopf nach oben (damit ist der Nacken überdehnt), die Augen werden mit zwei Fingern gespreizt und 1 Tropfen wird in den Bindehautsack gegeben. Anschliessend das Auge schliessen und mit geschlossenem Lid bewegen lassen. Eine Variante ist, die Tropfen bei geschlossenem Auge in den Augenwinkel bei der Nase eintropfen, damit sie den Lidern entlang beim Augenöffnen ins Auge fliessen. Augensalben werden bei Kleinkindern ungern angewendet, meist bei beiden Augen und nur kurzzeitig. Die Anwendung erfolgt wie bei den Tropfen, es ist nur noch schwieriger!

Ohren:
Ohrentropfen dürfen nur bei intaktem Trommelfell angewendet werden! Sie werden vorzugsweise ebenfalls auf Hauttemperatur erwärmt und dem Kind in Seitenlage mit fixiertem Kopf appliziert. Bei Kindern unter drei Jahren ist der Gehörgang noch gerade und knorpelig: Ohrläppchen gleichzeitig nach unten und nach hinten ziehen um die Tropfen zu geben Für alle Älteren (verknöcherter und eher verwinkelter Gehörgang) gilt: das Ohr nach oben und zurückziehen. Nach dem Einträufeln den Kopf in dieser Position belassen und/oder mit einem Wattepfropf verschliessen. Ohrenschmerzen mit einer gleichzeitigen Erkältung werden vorzugsweise mit abschwellenden Nasensprays (in die Nase geben) und entzündungshemmenden Schmerzmitteln behandelt.

Nase:
Nasentropfen und Nasensprays: die Sprays wirken besser, weil sie eine bessere Verteilung des Wirkstoffs durch die feine Vernebelung haben. Sie sollen jedoch erst Kindern ab 2 Jahren gegeben werden. Tropfen werden dem Kind am besten im Sitzen mit leicht zurückfallendem Kopf gegeben. Für Kleinkinder ist eine freie Nase unendlich wichtig, sie können noch nicht durch den Mund atmen. Auch das Trinken ist mit einer verstopften Nase unmöglich. Spülungen mit Kochsalzlösungen helfen den Schleim zu verflüssigen (mit einem Nasenpümpchen kann er entfernt werden).

Inhalationen:
Die Anwender und die Eltern müssen gut geschult werden, um mit der Anwendung (Benutzung, Vorgehensweise, Reinigung, Erkennung und Vermeiden von Fehlern) klar zu kommen. Meist werden sogenannte Vernebler oder Sprays verordnet da Kinder erst ab ca. 6 Jahren die nötige Kraft haben um mit Pulverinhalatoren richtig umgehen zu können. Vorschaltkammern mit und ohne Maske helfen bei der richtigen Anwendung. Auch wenn sie am Anfang mit Abstand vor dem Gesicht verwendet werden wird doch wenigstens eine gewisse Menge inhaliert. Spielerisch lassen sich die Kinder mit diesem Gerät eher ein. Nach der Inhalation mit Kortison und Kortison ähnlichen Wirksubstanzen muss der Mund gespült oder die Zähne geputzt werden. Bei kleinen Kindern muss noch zusätzlich das Gesicht abgewischt werden. Auf der Website der Lungenliga werden mit Videoclips gute Hilfen zur richtigen Inhalationstechnik gegeben: www.lungenliga.ch. Auch nach einem Merkblatt können Sie in ihrer Apotheke fragen. Wirkstofffreie Inhalatoren zum Üben sind ebenfalls meistens vorhanden.

Salben und Cremen:
Bei Säuglingen und Kleinkindern werden Wirkstoffe stärker durch die Haut aufgenommen als bei Erwachsenen. Insbesondere fettlösliche Wirkstoffe werden sehr schnell aufgenommen. Zudem ist ihre Körperfläche im Verhältnis zum Gewicht viel grösser. Nehmen sie nie irgendwelche Präparate von Erwachsenen für Kleinkinder. Die Windel-Cremen zum Schutz vor Rötungen enthalten keine solchen gefährlichen Wirkstoffe und sind unbedenklich anzuwenden. Bei irgendwelchen Fragen kommen Sie lieber in ein Fachgeschäft, in Ihre Apotheke oder Drogerie!

Spritzen:
Sie werden nicht nur von Kindern ungern als Arzneiform gesehen. Nehmen Sie ihr Kind auf den Arm und versuchen sie es abzulenken. Den Stich wird es immer spüren, also sagen Sie, dass er kommt, anlügen ist keine Option! Das anschliessend aufgeklebte Pflaster ist wahrlich ein Trostpflaster! Vielleicht kann das Kind den Schmerz über ein Windrad, flatterndes Tuch o.ä. wegpusten? Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf. Und loben sie es wie toll es das gemacht hat.

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