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Kinder: Schlafentwicklung

Gespeichert von Admin am/um Mo, 18/06/2018 - 15:02

Prinzipiell: Wir schlafen mit sogenannten Schlafzyklen: Non REM und REM-Schlaf genannt. Die Zyklen verändern sich während des Lebens, besonders die Dauer. Beim Säugling dauert ein Zyklus ca. 50 Minuten, und verlängert sich auf eine Dauer von 90 bis 120 Minuten beim Erwachsenen. Ein charakteristisches Schlafmuster der ersten 2 Lebensjahre sieht folgendermassen aus:

Zeitpunkt Schlafcharakteristik Sehr! Variable Schlafdauer pro Tag
Erste 2 Wochen Schlafperioden von 2-4 h regelmässig über den Tag verteilt, die Wach-perioden sind noch nicht an den Tag gebunden! 14-18 h, Streuung von 12 bis 20 Stunden
Nach 2-4 Wochen Langsames Einstellen auf Tag-Nacht-Wechsel. Das Kind schläft abends zur selben Zeit ein und wacht nachts um dieselbe Zeit auf.
Ab 10 Wochen Erstmals ist ein Durchschlafen möglich. Wachperioden werden tagsüber länger, 2 Schlafperioden bilden sich aus.
15 Wochen Beständiger Schlaf-Wach-Rhythmus
3 bis 9 Monate Die meisten Kinder schlafen tagsüber 2- bis 3-mal täglich ½ - 2 h.
6 Monate Umverteilung des Schlafes von Tag auf Nacht ist abgeschlossen.
Ab 12 Monate Oft nur noch 1 Schlaf tagsüber. ca. 13 Stunden
Ab 24 Monaten Einige Kinder bereits ohne Mittagsschlaf.

Das sind die wichtigsten Veränderungen des Schlafmusters. Ein Säugling wacht durch seinen kurzen Schlafzyklus in der Regel jede Stunde kurz auf. Nach 3-4 Zyklen folgt dann eine längere Wachphase. Bis zum 3. Monat werden die Phasen regelmässiger und dauern länger, eine wichtige Voraussetzung zum Durchschlafen. Die zweite wichtige Voraussetzung ist ein regelmässiger Tagesablauf! Manche Kinder finden ihren Rhythmus schnell alleine, andere brauchen die Eltern als Taktgeber! Ihnen hilft der regelmässige Ablauf mit den Aktivitäten, (Essen, Spielen, Spazieren gehen usw.)

Durchschlafen bedeutet, dass der Säugling zwischen 2 Schlafperioden von 3 bis 4 Stunden wohl aufwacht, aber ohne zu schreien. D.h. für die Wahrnehmung der Eltern schläft er 6 bis 8 Stunden am Stück. Dann braucht er in der Regel wieder eine Mahlzeit.
Achtung! Bevor die Säuglinge ihren Schlaf-Wach-Rhythmus fertig entwickelt haben, oder solange sie nachts noch Hunger haben, können sie nicht durchschlafen. (Es macht dann keinen Sinn, sie nachts schreien zu lassen um ihnen das Durchschlafen zu lehren)
Säuglinge müssen zu allererst beim abendlichen Einschlafritual lernen selbstständig einzuschlafen! Dann können sie beim nächtlichen Aufwachen sich selber beruhigen und finden zurück in den Schlaf. (Säuglinge, die bei jedem Erwachen aus dem Bett gehoben werden und/oder an die Brust genommen werden gewöhnen sich daran und das wird ihr Ritual werden.)
Der sogenannte zirkadiane Rhythmus (Wach-Schlaf-Rhythmus entwickelt sich individuell in den ersten 2 Lebensjahren und ist angeboren) sagt nichts über die Schlafdauer aus. (Langschläfer oder Kurzschläfer gibt es bei den Nachtmenschen und bei den Frühaufstehern). Der Schlafbedarf nimmt mit zunehmendem Alter ab, ist aber individuell eine feste Grösse. Je länger ein Kind tagsüber schläft desto weniger lang schläft es nachts. Eine Umstellung braucht wegen des zirkadianen Rhythmus Geduld. Es ist erst nach 7 bis 14 Tagen ein Erfolg zu erwarten.

Schlafstörungen:
Primär müssen organische Faktoren ausgeschlossen werden! (Reflux = saures Aufstossen, atopische Dermatitis mit starkem nächtlichen Juckreiz, zerebrale Erkrankungen, Epilepsie, um nur einige zu nennen)
Das elterliche Verhalten und der Umgang mit Einschlafen und nächtlichem Aufwachen sind von zentraler Bedeutung!
Eine Störung kann das Gewohnheitstrinken sein. Es kommt oft im Alter von 4 bis 6 Monaten vor und ist normalerweise für das Gedeihen nicht nötig. Ab dem 4. Monat braucht ein Säugling keine nächtliche Mahlzeit mehr.
Zahnungsbeschwerden dauern auch nur einige Tage! Sporadische Angstträume sind ebenfalls völlig normal.
Echte Schlafstörungen sind therapiebedürftig. Wir gehen im nächsten Ratgeber darauf ein.

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