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Kinder: Schlafentwicklung und Schlafstörungen

Gespeichert von Admin am/um Do, 26/07/2018 - 08:53

Echte Schlafstörungen sind therapiebedürftig. Wir gehen jetzt darauf ein.
Unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit sind dann am grössten, wenn wir regelmässig und unserem Schlafbedarf entsprechend schlafen!

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?
Weil der Schlafbedarf schon bei Kindern so unterschiedlich ist, gibt es keine Regel! (Bei Erwachsenen gilt eine Spanne von 4 bis 10 Stunden als normal). Ein Schlafprotokoll kann zum Ermitteln des kindlichen Schlafbedarfes helfen. Es wird über 7, besser 14 Tage geführt, und über 24 Stunden notiert. Ein Beispiel dafür sehen Sie hier von Remo Largo (Autor und Kinderarzt):

Schlafphasen: mit einem waagrechten Strich _________
Wachphasen: mit Freilassen
Schreien: mit mäanderförmigen Linien ≈≈≈≈≈
Mahlzeiten: mit Dreiecken ΔΔΔΔΔ
Bettzeiten: →¶

Name:                                  Geburtsdatum:                                             Alter:

Datum ↓
Uhrzeit→ 6 -7 7 - 8 8 - 9 9 - 10 11-12 12-13 13-14
1.1. ___ ≈≈ΔΔ _____ ≈≈ΔΔ →¶
2.1.
3.1.
4.1.

Jedes Kind kann nur solange schlafen, wie es seinem Schlafbedarf entspricht! Dabei gilt die Summe des Schlafes innert 24 Stunden. Je länger ein Kind tagsüber schläft, desto kürzer ist sein Nachtschlaf. Je früher ein Kind zu Bett gebracht wird, desto früher wacht es auch wieder auf. Die Nahrung sollte besser tagsüber zu sich genommen werden, dann schlafen die Kinder besser durch.

Schlafsituation: Wie sollen sich Eltern und Kind betten?
Es gibt Beistellbetten, die an das Elternbett „angebaut“ werden können. Man kann im selben Bett mit dem Kind/den Kindern schlafen oder das Kind schläft alleine, usw. Die Schlafsituation ist dann richtig, wenn das Kind und die Eltern entspannt schlafen können. Dabei sollte das Kind auf den Rücken gelegt werden (vermindert das Risiko des plötzlichen Kindstodes).
Kopfwackeln, Schaukeln und andere rhythmische Bewegungen gehören zum normalen Schlafverhalten im Säuglings- und Kleinkinderalter.
Nochmals: nächtliches Durchschlafen können die Eltern unterstützen, in dem sie sicherstellen, dass das Kind:

  • sich geborgen fühlt und in seiner Selbstständigkeit gefördert wird.
  • am Abend ein vertrautes Einschlafritual durchgeführt wird und es dann weitgehend ohne elterliche Hilfe einschlafen kann.
  • es nur solange im Bett ist, wie es auch schlafen kann.

Schlafstörungen
Nächtliche Angstgespenster: Pavor nocturnus ist der Fachausdruck für Angsterschrecken. Dabei hat das Kind die Augen weit offen und reagiert nicht oder nur ungenügend auf das Erscheinen der Eltern. Das Kind schwitzt ausgeprägt, atmet verstärkt und hat einen schnellen Puls. Die Eltern können das Kind nicht wecken. Es kann um sich schlagen und auch die Eltern weg stossen. Es regt sich nur noch mehr auf, wenn es in den Arm genommen wird. Oft dauern diese beängstigenden Episoden zwischen 5 und 15 Minuten, eine sehr lange Zeit! Die Eltern können nur das Kind vor Verletzungen schützen und wenn es von selber aufwacht trösten und wieder zu Bett bringen. Normalerweise wird es sich nicht an das Geschehen erinnern können. Bei schlechten Träumen jedoch kann sich das Kind erinnern. Lassen Sie sich die Träume erzählen. Sie sind für die Kinder sehr real. Wenn Angstträume ein bis mehrmals pro Woche vorkommen und das Kind auch tagsüber verängstigt ist, nehmen Sie als Eltern fachliche Hilfe in Anspruch.

Medikamente:
Auch verordnete Medikamente können bei Kindern zu Schlafstörungen führen. Falls Sie das beobachten, sprechen Sie den verordnenden Arzt/in darauf an. Auch pflanzliche oder homöopathische Medikamente sollten nur nach Absprache mit Fachpersonen versucht werden. Primär gelten die oben genannten Punkte, wie Schlafdauer ermitteln, etc. Eltern mit Kindern, die Schlafstörungen haben, sollten bei der Therapie engmaschig begleitet und unterstützt werden. Alle Verhaltensänderungen greifen erst nach ein bis zwei Wochen.

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Vinzenz Apotheke
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