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Kinder: Zahnen und Zähneputzen

Gespeichert von Admin am/um Mo, 27/08/2018 - 17:16

Die Zähne brechen normalerweise zwischen im Alter von 3 bis 13 Monaten durch und sind alle kariesfrei! Das Milchgebiss (20 Zähne) ist in der Regel mit 2 ½ bis 3 Jahren komplett. Die meisten Kinder haben dabei keine Probleme. Das Kind lächelt einen an und man denkt: ups da ist ja ein Zahn! Andere, und mit ihnen die Eltern, sind leider weniger glücklich. Sie beobachten dünnflüssige Stühle (hin bis zu Durchfall) und wunde Popos. Die mit dem Zahnen oft damit in Verbindung gebrachten Symptome wie Husten, Fieber, Ohrenschmerzen etc. fallen in der Regel nur zufallsweise damit zusammen. Kinder machen, wie in den vorherigen Ratgebern beschrieben, in diesem Alter, sehr häufig Infektionskrankheiten durch. Meine eigene Beobachtung ist, dass ein Zahndurchbruch mit vermehrtem Speicheln und häufigem Beissen auf Alles zusammenhängt. Dabei haben die Kleinen irgendwie immer alles im Mund. Damit bekommen sie natürlich auch vermehrt mit Keimen in Kontakt, i.e. mit dem leicht geschwollenen Zahnfleisch, was einen Infekt begünstigt.
Linderung bringen:

  • gekühlte Beissringe bzw. alles was kalt ist. Im Sommer kaum ein Problem, ein feuchter Waschlappen ist eine gute Sache!
  • Zahn Gele, mit oder ohne Lokalanästhetika, letztere nur kurzfristig anwenden!
  • Zahnfleisch betupfen mit einem kräftigen Kamillentee oder letzteren 5. 1 mit Myrrhentinktur verdünnen.
  • Zahnkügeli

Bei starken Schmerzen und/oder einem gleichzeitigen Infekt kann auch (ebenfalls kurzfristig) ein Schmerz-Zäpfchen (Paracetamol) helfen.
Zahnpflege:

Das Wichtigste:
Gesunde Ernährung! Die beobachteten Zahnschädigungen kommen durch den zu häufigen Konsum von „zu zuckerhaltigen“ Zwischenmahlzeiten zustande. Kinder brauchen Zwischenmahlzeiten! Sie sollten aus (erste Wahl) Äpfeln, Birnen, Karotten, Wasser, ungezuckertem Tee oder Mineralwasser oder (zweite Wahl) aus Brot, Butter, Wurst und Milchprodukten wie Käse oder Joghurt bestehen. Bitte keine einseitige Sache, Abwechslung macht das Leben bunt und mal ein „Sirup“ ist keine Katastrophe!

Nuckel Flasche:
Sie ist ein miserabler Nuggi-Ersatz! Vor allem gesüsste Getränke (besonders Fruchtsäfte) schädigen die Zähne. Die Kinder nehmen unzählige Male einen Schluck und haben damit ständig eine zuckerhaltige und saure Lösung um die Zähne. Sie greift den Zahnschmelz an und ist gleichzeitig für die Kariesbakterien eine perfekte Nährlösung. Sobald ein Kind aus dem Becher trinken kann, sollte die Flasche aus dem Verkehr gezogen werden. (So ungefähr ab dem zweiten Lebensjahr).

Gleichzeitig ist eine vernünftige Fluoridprophylaxe ebenfalls Pflicht. Bis zum Alter von 5 Jahren sollte die Kinderzahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 0.025% verwendet werden. (Geputzt wird damit ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes). Ab dem Durchbruch des ersten bleibenden Backenzahnes (in der Regel ab dem 6. Lebensjahr) putzt man mit der normalen Fluorid-Zahnpasta (0.15%).
Wie? Am besten spielerisch beginnen. Das heisst: die Person, die das Kind ins Bett bringt putzt ihre eigenen Zähne und das auf dem Arm sitzende Kind bekommt seine Zahnbürste. Es wird automatisch versuchen seine eigenen „Zähne“ zu putzen. Ab dem 2. Lebensjahr sollten dann die Eltern die Zähne abends nachputzen. Manche Kinder haben Freude an einer elektrischen Zahnbürste. „Alles das Sein muss“ ist einfacher, wenn ein bestimmter Spassfaktor dabei ist. Danach gibt es nichts Zuckerhaltiges mehr!
Lutschgewohnheiten:

Kinder saugen nicht nur, wenn sie hungrig sind. Sie saugen an Daumen, Fingern oder Nuggis, um sich zu beruhigen, zu trösten, aus Müdigkeit, um in den Schlaf zu finden oder aus Langeweile. Die Lutschgewohnheiten sind nicht immer beeinflussbar. Die immer vorhandenen Finger, Daumen sind in Stresssituationen schnell da. Es muss nicht lange verzweifelt nach dem Nuggi gesucht werden. Sie haben aber gleichzeitig damit auch den Nachteil immer vorhanden zu sein. Ein Abgewöhnen ist viel schwieriger. Ein weiterer Nachteil ist die damit verbundene häufige Verformung von Gebiss und Kiefer bei langem Nuggeln.

Ab dem 2. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit des Lutschens langsam ab um dann irgendwann ganz aufzuhören. Mit 5 Jahren lutschen aber immer noch ein Drittel der Kinder. Es gibt sogar Erwachsene, die immer noch am Daumen lutschen, vor allem beim Einschlafen.
Die Milchzähne sind wichtig als Platzhalter für die später nachkommenden bleibenden Zähne! Darum (und nicht nur um eine gesunde Angewohnheit frühzeitig zu etablieren) ist ihre Pflege notwendig. Zahnunfälle sind besonders bei den Milchzähnen ein häufiges Geschehen bei den unternehmungslustigen Kleinen. Sie sind unbedingt von einem Zahnarzt zu beurteilen und bei der Krankenkasse zu melden! Damit können allfällige Spätfolgen von der Unfallversicherung gedeckt werden.

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