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Kinder: Kinderkrankheiten 2

Gespeichert von Admin am/um Mo, 05/11/2018 - 13:58

Wir haben im letzten Ratgeber in einer Übersicht die wichtigsten Kinderkrankheiten kurz beschrieben. In den folgenden Ratgebern gehen wir genauer auf einzelne ein.

Dreitagefieber
(Exanthema subitum, Roseola infantum, Sechste Krankheit)
Es handelt sich um eine ansteckende, akute Viruserkrankung. Meist tritt sie bei Kindern zwischen 6 und 24 Monaten auf (es kann aber auch ältere Kinder erwischen). Kennzeichnend ist das plötzlich auftretende hohe Fieber (mindestens 39° C meist sogar über 40°C).
Ursache:
Es handelt sich um einen Virus der Herpes-Gruppe (Humanes Herpes-Virus Typ 6, seltener Typ 7). Übertragen wird er durch Tröpfcheninfektion, also durch Ansprechen, Anhusten, Anniesen oder Ähnliches. Auch gesunde Personen können die Krankheit weitergeben. Drei bis sieben (bis max. 15) Tage nach der Ansteckung bricht das Dreitagefieber aus.
Symptome:
Das Kind kann rasch bis 40°C Fieber bekommen, ohne eine wirkliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens. Meist sind keine weiteren Beschwerden vorhanden. Es können aber auch Magen-Darm-Beschwerden, Husten, eine Halsentzündung oder geschwollene Lymphknoten auftreten. Nach den drei Tagen (darum auch der Name) verschwindet das Fieber (und die eventuell vorhandenen Beschwerden) genau so plötzlich wie es begonnen hat und wird durch einen Hautausschlag (kleine rosa Flecken) besonders im Rumpfbereich und Nacken abgelöst. Die Flecken können zusammenlaufen und sich über den ganzen Rumpf ausbreiten. Es können auch Arme und Beine (seltener der Kopf) betroffen sein. Ab diesem Moment ist das Kind nicht mehr ansteckend. Normalerweise verschwindet der Ausschlag nach 4 Stunden spätestens nach vier Tagen. Er juckt in der Regel nicht und heilt folgenlos ab.
Diagnose:
Sie ist in der ersten Phase (nur hohes Fieber) nicht eindeutig zu stellen, da Fieber ein üblicher Begleiter vieler Infektionskrankheiten im Kindesalter ist. Ihr Kinderarzt wird andere Ursachen ausschliessen und Sie dadurch beruhigen können. Erst nach der Normalisierung der Körpertemperatur und dem folgenden Hautausschlag weiss man Bescheid. Zum Ausschluss anderer Erkrankungen könnten im Blut gefundene Antikörper die Diagnose bestätigen. Nachdem der Nachweis aber keinen Nutzen (ausser in seltenen Fällen) für das Kind hat, verzichtet man in der Regel darauf.
Komplikationen:
Fieberkrämpfe, sie sind gefürchtet. Legen Sie das Kind so auf den Boden, dass es ungehindert atmen kann und sich nicht verletzt. Rufen Sie Ihrem Arzt an, auch wenn der Anfall nur kurz war und das Kind sich anschliessend wieder erholt hat!
Therapie:
Eine echte, kausale Therapie gibt es nicht. Als Behandlung ist Bettruhe wichtig, wenn das Kind nicht im Bett liegen bleiben will, beschäftigen Sie es mit ruhigen Spielen und schenken Sie ihm Nähe und Schmuseeinheiten. Wir können nur die Symptome lindern: das heisst, wenn nötig (das Kind ist quengelig und leidet unter dem Fieber) kann das Fieber mit Paracetamol oder Ibuprofen gesenkt werden. Bitte dabei die Einnahmepausen beachten: Paracetamol sollte in Eigenverantwortung nicht häufiger als alle 6 Stunden (d.h. maximal 4mal täglich) gegeben werden und Ibuprofen nur alle 8 Stunden (maximal alle 3mal täglich)! Ebenfalls müssen die gegebenen Dosen dem Gewicht und Alter entsprechen! Da die beiden Medikamente unterschiedlich wirken, können sie abwechselnd gegeben werden!
Andere Massnahmen die helfen: Fieberpatienten fühlen sich in einem kühlen Raum (18°C - 19°C wohler). Auch sind Wadenwickel hilfreich. Letztere dürfen nur bei warmem Gesicht, Händen und vor allem warmen Füssen gemacht werden. Das Kind muss mitmachen wollen, bzw. sie akzeptieren. Mindestens ebenso wichtig: Fieber macht durstig, weil der Körper mehr Flüssigkeit verdunstet! Achten Sie auf eine genügend erhöhte Trinkmenge; gestillte Kinder sollten nach den Bedürfnissen des Kindes angelegt werden und nicht nach einem Plan!
Andere Behandlungen wie z.B. mit homöopathischen Mitteln sollten Sie nur nach Absprache mit einer Fachperson verabreichen.
Vorbeugung:
Es sind keine vorbeugenden Massnahmen bekannt. Es gibt bis jetzt keine Impfung, die bei dem gutartigen Verlauf auch nicht nötig erscheint. Nach der durchgemachten Erkrankung besteht in der Regel eine lebenslange Immunität.
Differenzierung zu Masern, Röteln, Windpocken:
Das Dreitagefieber beginnt nicht mit Husten, Schnupfen und Lichtempfindlichkeit wie das bei Masern der Fall ist. Bei Masern steigt die Körpertemperatur an, wenn der Ausschlag beginnt, beim Dreitagefieber sinkt die Temperatur! Der Hautausschlag beim Dreitagefieber breitet sich zuerst vom Rumpf und fast nie auf das Gesicht aus, bei Masern und Röteln ist es genau umgekehrt!

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