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Kinder: Kinderkrankheiten 7 Scharlach

Gespeichert von Admin am/um Do, 25/04/2019 - 08:16

Scharlach (lat. Scarlatina, engl. scarlet fever) ist eine akute, typischerweise mit einem Hautausschlag einhergehende, Infektionskrankheit. Sie wird durch Streptokokken verursacht. Da mehrere Streptokokken-Arten Scharlach verursachen können, ist es möglich mehrmals an dieser Krankheit zu erkranken. Sie zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten da sie meist im Kindergarten oder in der Schule auftritt. Sie ist in der Schweiz nicht meldepflichtig, in anderen Ländern wie zum Beispiel Österreich schon. Der schulärztliche Dienst der Stadt Zürich lässt erkrankte Kinder erst nach einer Antibiotika-Behandlung und bei gutem Allgemeinbefinden frühestens nach 24 Stunden wieder zur Schule gehen. Ohne eine Antibiotika- Behandlung werden die erkrankten Kinder für 2 Wochen von der Schule ausgeschlossen!

Ursache:
Der Auslöser sind die beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (Streptokokkus pyogenes). Wie oben bereits angesprochen gibt es da mehrere Arten, die auch unterschiedliche Toxine bilden. Diese Toxine werden von im Bakterium lebenden Bakteriophagen (Viren) gebildet. Kommen sie in die Haut, kommt es zum typischen Hautausschlag. Fehlen sie, kommt es zu einer eitrigen Mandelentzündung. Nach überstandener Erkrankung ist man dann nur gegen dieses einzelne Toxin resistent und kann so mehrmals erkranken.

Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Inkubationszeit ist recht kurz (üblicherweise nur 1-3 Tage). Scharlach ist ansteckend sobald und solange ein Patient den Erreger in sich trägt. Das heisst schon 2-4 Tage bevor die ersten Symptome auftreten und bis zum Abklingen der Symptome. Das ist in der Regel nach bis zu 2 Wochen nach Beginn der Beschwerden der Fall. Bei einer Antibiotika-Behandlung geht man davon aus, dass nach 24 Stunden keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Jeder fünfte ist ein Keimträger ohne selbst krank zu sein. Diese „gesunden“ Keimträger scheinen aber als Krankheitsüberträger nur eine geringe Rolle zu spielen. Die gängige Praxis wie und ob isoliert wird, ist oben bereits erwähnt.

Symptome:
Üblicherweise beginnt die Erkrankung mit Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und einer Rachenentzündung. Es kommen aber auch begleitend Bauch- oder Kopfschmerzen vor. Der Rachen ist tief rot mit geschwollenen Rachenmandeln. Die weissen fleckigen Beläge treten im Verlauf etwas später auf. Es kommt zu Schluckbeschwerden und Schwellung der Lymphknoten. Die Zunge ist zunächst glänzend rot mit hervorstehenden Geschmacksknospen (Himbeer- oder Erdbeer-Zunge). Der Ausschlag zeigt sich nach einem bis vier Tagen später. Bevorzugte Stellen sind die Achseln und Leisten. Es sind dicht beieinanderstehende, stecknadelgrosse, intensiv rot gefärbte, leicht erhabene Flecken. Manchmal ist auch der ganze Körper betroffen. Das Mund-Kinn-Dreieck (periorale Blässe, oder volkstümlich Milchbart) bleibt immer frei! Ungefähr 14 Tage nach dem Beginn kann es zu der ebenfalls charakteristischen Abschuppung an den Handflächen und Fusssohlen (oder nur an den Fingerspitzen oder Zehenkuppen) kommen!

Komplikationen:
Gefürchtet sind die Nacherkrankungen wie das rheumatische Fieber, die Entzündung im Herzen und eine Nierenentzündung. Es handelt sich dabei um eine 4 bis 6 Wochen nach der durchgemachten Scharlacherkrankung immunologische Erkrankung durch die Abwehrreaktion des Immunsystems gegen den Scharlacherreger.

Therapie:
Es werden meistens Penicilline verordnet mit einer Behandlungsdauer von 10 Tagen! Bei einer Allergie gegen diese Antibiotika werden andere Arten (Erythromycin oder Clarithromycin) verordnet. Gegen die Symptome werden fiebersenkende Massnahmen, und oder Gurgeln gegen das Schluckweh etc. empfohlen.

Vorbeugung:
Es gibt keine Prävention, ausser Kontaktvermeiden zu Erkrankten während der Ansteckungsgefahr. Die üblichen Präventionsmassnahmen gegen ansteckende Krankheiten gelten auch hier: häufiges Händewaschen. Besonders während der Pflege von Erkrankten sollten gegen die Tröpfcheninfektion Massnahmen getroffen werden, wie in Taschentücher niessen oder husten und dann die letzteren entsorgen.

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