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Kinder: Impfungen

Gespeichert von Admin am/um Mo, 05/08/2019 - 16:37

Wir haben in diese Reihe viel über Kinder und die klassischen Kinderkrankheiten geschrieben und auch jeweils darauf hingewiesen, dass es Impfungen gibt. In diesem Ratgeber möchten wir allgemein über Impfungen informieren.
Es gibt erstaunlicherweise kaum moderate Meinungen dazu, entweder sind Impfungen nur segensreich oder nur ganz schlecht. Diese Art das Ganze zu verherrlichen oder zu verteufeln scheint mir im Kontext: „was mache Ich mit meinem Kind“ nicht hilfreich. Darum hier der Versuch das Thema auch aus Sicht von mehreren Müttern zu beleuchten. Weitere Informationen finden sich zuhauf im Internet:

  • der Schweizerische Impfplan mit den jährlich überarbeiteten neuen Empfehlungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Impfungen
  • BAG: Argumentarium Kinder Impfen? Ja? Wieso?
  • Wikipedia: Impfungen
  • Impfgegner: es ist schwierig seriöse Artikel zu finden, Naturheilmagazin oder Erlebnisberichte von Einzelnen wie orange.handelsblatt.com/artikel/58047

Was ist eine Impfung (lateinisch Vakzination oder Vakzinierung) und wie funktioniert sie?
Ursprünglich wurde mit den Kuhpockenmaterial Menschen vor der Erkrankung der Pocken geschützt. (Der Name kommt daher lateinisch Vacca = Kuh). Man unterscheidet eine Aktiv- und Passiv-Impfung. Bei Letzterer werden bereits fertige Antikörper gegeben, die sofort gegen die Erreger aktiv werden. Bei der ersten wird das Immunsystem befähigt, sich auf eine allfällige Erkrankung vorzubereiten und bildet die ganze Palette an Antworten auf die Infektion, u.a. Antikörper. Damit resultiert keine oder eine abgeschwächte Infektionskrankheit. Bei der Aktiv-Impfung werden noch Lebendimpfstoffe von Totimpfstoffen unterschieden. Zu den letzteren zählen auch die Toxoid-Impfstoffe. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, die die Krankheit bei einem Gesunden nicht auslösen. Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder Bruchstücke davon. Der Körper bildet gegen die Eindringlinge (es handelt sich dabei um Proteine und/oder Zucker-Moleküle) eine Reihe von Massnahmen, die sehr komplex sind. Für den zukünftigen Schutz bildet er langlebige „Gedächtniszellen“, die ebenfalls komplexe Reaktionen auslösen. Es werden spezifische Antikörper produziert, und diverse Zellen, die Erreger abtöten.
Die passive Impfung ist im eigentlichen Sinne keine Impfung, sondern ein schnell einsetzender Schutz. Er hält nur wenige Wochen an. Danach sind die Antikörper abgebaut. Eine natürliche Art davon ist die Mutter-Kind-Immunisierung. Auch sie erlischt spätestens nach dem Aufhören des Stillens.
Anwendungsart:
Normalerweise werden die Impfungen gespritzt. In der Regel in den Oberarm oder Oberschenkel. Es gibt auch andere Möglichkeiten: bekannt ist die Schluckimpfung.
Noch im Versuchsstadium befinden sich die Varianten: über die Haut als Pflaster oder über die Nasenschleimhaut als Spray.
Wirksamkeit:
Keine Impfung kann 100% vor der jeweiligen Erkrankung schützen. Sie senken aber nachweislich die Erkrankungswahrscheinlichkeit. Dafür gibt es umfangreiche Studien, die von den jeweiligen staatlichen Stellen bestätigt werden. Auch nach der erfolgreichen Grundimmunisierung müssen für die langfristige Erhaltung der Immunität regelmässige Auffrisch-Impfungen erfolgen. Diese erfolgen je nach Anwendungsbeobachtungen einzelner Impfstoffe und der Beobachtung der Antikörpertiter nach Impfung bzw. nach einer durchgemachten Erkrankung. So konnte bei, gegen Pocken geimpften, Personen noch nach bis zu 88 Jahren nach der Impfung, die Immunität nachgewiesen werden. Sie war vergleichbar mit einer überstandenen Erkrankung. Manche Impfungen mildern nur den Krankheitsverlauf, andere müssen jährlich verabreicht werden (Grippe-Impfungen). Erschwerend (für die Immunisierung) kommt dabei noch das Variantenreichtum der Erreger dazu. Ihr Hausarzt oder Ihre Apotheke kann nach Durchsicht Ihrer Impfunterlagen kompetente Angaben zu Ihrem Impfstatus machen!

Abschwächung der Wirksamkeit durch Wechselwirkung mit Schmerzmitteln:
Man vermutet, dass gleichzeitig eingesetzte Schmerzmittel die Wirksamkeit der Impfung vermindern kann. Der Grund dafür liegt in der fiebersenkenden und entzündungshemmenden Wirkung. Man weiss, dass der Körper diese Mechanismen als Waffe gegen die Erreger braucht! Es sollte also, wenn möglich, auf die gleichzeitige Anwendung verzichtet werden.
Weitere Informationen erfolgen im nächsten Ratgeber.

Nebenwirkungen:
Es gibt Nebenwirkungen von Impfungen. Sie sind meldepflichtig und werden von den staatlichen Stellen erfasst (in der Vakzinovigilanz). Gott sei Dank, sind sie in der Regel gering und werden normalerweise nicht oder nicht wesentlich wahrgenommen. Man unterscheidet zwischen der Impfreaktion und Impfkomplikation. Die Bewertung ist nicht immer einfach. Es dürfen nur Gesunde geimpft werden und bei manchen Menschen führt eine gesteigerte Selbstbeobachtung zu unerwünschten Befindlichkeitsstörungen. Die Impfreaktionen sind kurzzeitig und vorübergehend (z.B. werden häufig Schmerzen und Spannungen an der Injektionsstelle wahrgenommen). Eine Impfkomplikation ist deutlich schwerwiegender (z.T. bis zum Ausbruch der Krankheit, gegen die geimpft wurde). In sehr seltenen Fällen gibt es heftige, allergische Reaktionen bis zu einem allergisch-anaphylaktischen Schock!
Eben diese Nebenwirkungen sind u.a. auch ein Argument der Impfgegner, warum nicht geimpft werden soll. Weitere Diskussionspunkte sind die folgenden:

  • der Infektionsweg (das Einbringen des Impfstoffes durch die Haut) ist unnatürlich. Normalerweise infiziert man sich über die Schleimhäute. Dabei ist als erste Massnahme des Körpers eine zelluläre Antwort möglich. Diese unterbleibt bei unserer aktuellen Art der Impfung.
  • Wie notwendig ist eine Impfung überhaupt?
  • Ist die Krankheit so häufig, dass ein Auftreten epidemische Ausmasse annimmt?
  • Sind die Auswirkungen auf den Organismus schwerwiegend?
  • Gibt es genügend gute Behandlungsmöglichkeiten (wie z.B. Antibiotika bei bakteriellen Infekten)?

(Diese Fragen beantworten die Impfgegner auf ihre Weise.)

  • Die Wirksamkeit von Impfungen generell wird angezweifelt.
  • Die Sicherheit der Impfstoffe wird angezweifelt, besonders auch die Wirkungsverstärkung durch beigesetzte Substanzen. Oder bei der Produktion verwendete Hilfsstoffe werden als gefährlich befunden.
  • Allgemein wird die Vorsorge (man erkrankt nicht mehr an diversen Infektionskrankheiten) als nicht notwendig erachtet. Der heutige Lebensstandard ist so hoch, die medizinische Versorgung ist so gut, dass die Infektions-Erkrankungen problemlos behandelt werden können.
  • Erkrankte Kinder machen während einer Erkrankung einen Entwicklungsschub, der ihnen sonst fehlen würde.
  • Seit generell geimpft wird, haben die Allergien massiv zugenommen, das wird den Impfstoffen angelastet.

Tja es gibt keine allgemeingültige richtige Antwort.
Es gibt Menschen, die nicht geimpft werden können, weil ihr Status des Immunsystems das nicht zulässt. Dazu gehören alle Patienten, die ein Organ implantiert bekommen haben. Sie müssen lebenslang Immunsuppressiva einnehmen, um ein Abstossen zu verhindern. Säuglinge oder sehr betagte Menschen haben ebenfalls ein eingeschränkt funktionierendes Immunsystem. Sie sind in einer Gesellschaft, in der „keine“ Infektionskrankheiten vorkommen geschützt.

  • Die Geschichte der Impfungen ist erfolgreich, das ist in allen Studien aller Länder bewiesen!
  • Impfen schützt vor schwerwiegenden Infektionskrankheiten, auch das ist klar bewiesen, selbstverständlich nicht zu 100%!
  • Die Nebenwirkungen sind statistisch gesehen sehr viel geringer als der Nutzen! Aber man muss sich um die Nebenwirkungen kümmern, darum gibt es die zwingend vorgeschriebene Melde-Pflicht!
  • Alle geimpften Menschen schützen die Nicht-Geimpften durch das Unterbrechen der Infektionskette.
  • Impfungen sind für Tiere sogar vorgeschrieben, auch dort funktioniert der Schutz hervorragend (ein Beispiel ist die erfolgreiche Bekämpfung der Tollwut).

Unserer Meinung nach, gibt es kaum eine Erfindung in der Medizingeschichte, die der Menschheit so viel Gutes gebracht hat, wie die Impfung. Wir kennen ja keine Ausbrüche mehr von Diphtherie- oder Pocken-Epidemien mit Tausenden von Toten innert kürzester Zeit. Das entbindet Niemanden von der Entscheidung: wie gehe Ich mit der Impfung um. Eine gute, sachliche Information ist nötig und hilfreich, um zu einer Entscheidung zu kommen.


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