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Winter-Depression

Gespeichert von Admin am/um Mi, 16/10/2019 - 09:05

In unseren Breiten beginnt wieder die Zeit der langen Nächte und kurzen Tage. Die Tag- und Nacht-Gleiche (23.9.) ist lange vorbei und der kürzeste Tag (22.12.) naht. In den Tropen, nahe am Äquator gibt es das nicht. Je weiter man in den Norden oder Süden Richtung Nord und Südpol geht, desto ausgeprägter sind die Unterschiede. Das geht bis zu „immer“ Nacht im Winter und „immer“ Tag im Sommer. Das hat auch auf uns Menschen und vor allem auf unsere Psyche einen Einfluss. Viele von uns freuen sich auf die gemütliche Zeit mit warmen Getränken Tee / Glühwein vor einem Feuer. Andere fürchten die langen Abende. Wenn Sie eher zu den letzteren gehören können Ihnen vielleicht die folgenden Tipps helfen.
Bei einer ausgeprägten Form dieser Beschwerden könnte es sich auch um eine Saisonale Depression handeln.
Von einer Saisonalen Depression oder SAD (Seasonal Affective Disorder) spricht man, wenn folgende Symptome auftreten:

  • übermässiges Schlafbedürfnis und
  • zwanghafter Konsum von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln.

Des Weiteren verspürt man eine depressive Verstimmung, ausgeprägte Ängstlichkeit, Energiemangel und Konzentrationsprobleme. Manche sehr empfindliche Menschen können diese Symptome auch in einem Sommer mit schlechtem Wetter entwickeln.
Als wichtiges Kriterium gilt die Wiederholung derselben Symptome während 2 aufeinanderfolgenden Wintern (und deren Abklingen in den anderen Jahreszeiten).
Zu einer Verbesserung der Beschwerden, und das dürfen Alle, kommt es mit folgenden Verhaltensänderungen:

  • raus in die Natur, einen Spaziergang machen. Schöner wird er natürlich, wenn die Sonne scheint!
  • ausreichende Bewegung (ebenfalls am besten draussen);
  • wie immer: eine ausgewogene Ernährung; jetzt mit den wunderbaren saisonalen reifen Früchten und Gemüsen;
  • und nicht zuletzt mit einem regelmässigen Zubettgehen!

Am wichtigsten erscheint mir dabei das aus den 4-Wänden gehen! Auch wenn die Sonne nicht scheint ist das natürliche Licht fast eine Therapie.
Es wurde nämlich wissenschaftlich belegt, dass eine Lichttherapie die Therapie der ersten Wahl für die Behandlung dieser Erkrankung ist. Die Ansprechrate liegt zwischen 60 und 90%. Falls das Ergebnis noch nicht befriedigend ist, kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie mit Antidepressiva und/oder eine kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt werden.
Worin besteht jetzt eine Lichttherapie?
Der Patient/in ist täglich:

    innerhalb von 2 Stunden nach dem Aufwachen und

    während 30 Minuten

    in einem Abstand von 30 Zentimetern

vor einer besonderen Lampe (einer Lichtquelle mit 10`000 Lux = Einheit der der Beleuchtungsstärke). Während dieser Zeit darf man lesen, am Computer arbeiten, alles was einem gefällt, wenn die oben genannten Bedingungen erfüllt sind. In der Regel wird bereits nach 2-4 Tagen eine Verbesserung wahrgenommen, ein Erfolg stellt sich nach 1-2 Wochen ein. Wie bei jeder Therapie werden auch unerwünschte Wirkungen beschrieben: Kopfschmerzen, müde Augen, Hyperaktivität, Schlaflosigkeit oder übermässiges Schlafbedürfnis. Sie sind leicht und harmlos und klingen meist nach einigen Sitzungen ab. Je nach Intensität beginnt man die Therapie mit einer schwächeren Lichtintensität oder einer kürzeren Dauer vor der Lampe. Die schrittweise Erhöhung hilft mit den unangenehmen Nebenwirkungen besser fertig zu werden. Eine übermässige Einwirkung des Lichtes mit einer Art Sonnenbrand wird es nicht geben. Die Lampe gibt nur ein weisses Licht ohne den UV-Anteil ab. Bei Patienten die gleichzeitig mit photosensibilisierenden Therapien behandelt werden, wird mit Vorsicht an eine Lichttherapie herangegangen. Bei Augenerkrankungen wie bei einem grauen oder grünen Star, Makuladegeneration oder ähnlichem wird eine vorgängige augenärztliche Untersuchung empfohlen.
Diese Art der Therapie wird bei einer fachärztlichen Diagnose von den Krankenkassen aus der Grundversicherung übernommen.

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