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Lactose-Intoleranz

Gespeichert von Admin am/um Mi, 25/07/2012 - 09:13

Lactose ist in sämtlichen Milchprodukten enthalten und wird im Dünndarm durch das Enzym Lactase in die Einfachzucker Glucose und Galactose aufgespalten. Fehlt die Lactase oder ist sie nur unzureichend vorhanden, gelangt der Milchzucker unzerkleinert in den Dickdarm, wo er zu typischen Beschwerden wie Blähungen, Gasen, Durchfall und akuten Schmerzen führen kann (Milchzucker wird im Dickdarm vergoren; die Gase Kohlendioxid und Wasserstoff u.a. Substanzen entstehen). Die Lactose-Intoleranz soll nicht mit der selteneren Milcheiweiss-Allergie verwechselt werden, die insbesondere bei Kindern vorkommt und echte allergische Reaktionen auslöst. Viele Menschen leben jahrelang mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, ohne es zu wissen.

Drei Ursachen sind für diese Erkrankung bekannt:
1. Angeborener (vollständiger oder fast kompletter) Lactasemangel: selten, äussert sich direkt nach der Geburt.
2. Primärer Lactasemangel: entsteht meist in der Wachstumsphase, wobei die Lactase-Aktivität reduziert ist. In Europa sind ca. 15%, in Asien und Afrika ca. 90 % der Erwachsenen betroffen.
3. Sekundärer Lactasemangel: infolge verschiedener Erkrankungen (z.B. chronische entzündliche Darmerkrankungen); bei erfolgreicher Behandlung der Ersterkrankung kann sich der Lactasemangel zurückbilden.

Die Intoleranz kann durch einen Test diagnostiziert bzw. durch lactosearme oder lactosefreie Diät und anschliessende Verbesserung der Beschwerden vermutet werden. Bei einer lactosefreien oder lactosearmen Diät (ca. 8- 10 g Lactose pro Tag entspricht ca. 2 dl Milch) kann jeder Patient herausfinden, welche Menge Lactose er verträgt. Häufig werden fermentierte Produkte (Joghurt, Sauermilch, Käse und Kefir) gut toleriert.
Lactosearme Milch ist im Handel. Bei schwerer Intoleranz (max. 1 g Lactose pro Tag) kann z.B. auf Sojamilch oder Reismilch umgestellt werden. In der Apotheke erhalten Sie Tabletten, mit denen Lactase ersetzt werden kann. Dabei wird diese mit der Nahrung eingenommen. Die Kapseln können auch geöffnet werden und der Inhalt direkt unter milchzuckerhaltige Speisen oder Getränke gemischt werden, jedoch nicht in heisse Speisen (Enzyme wie Lactase sind hitzeempfindlich). Ein Versuch mit probiotischen Milchprodukten kann zur Linderung der Beschwerden unternommen werden. Jede Person muss selbst herausfinden, welches der diversen im Handel befindlichen Präparate am besten vertragen wird.
Bei lactosearmer Diät kann die Calcium-Einnahme zu gering sein. Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt (mehr als 150 mg Calcium pro Milliliter) wie z.B. Eptinger, Valser oder Volvic oder calciumreiche Nahrungsmittel wie Fenchel, Orangen oder Spinat nützen dabei, das Defizit auszugleichen. Versteckte Lactose befindet sich in Nahrungsmitteln wie z.B. Salami, Mayonnaise, Fertigsalaten, Fertigsaucen oder Diätpulvern.
Lactose wird auch als Hilfsstoff (Tablettierung oder Kapselherstellung) verwendet. Die Lactose-Menge beträgt meist weniger als 200 Milligramm pro Tablette oder Kapsel. Die Menge an Lactose ist also so niedrig, dass sie bei den meisten Patienten mit primärem Lactase-Mangel keine Symptome hervorrufen kann. Treten trotzdem Unverträglichkeitsreaktionen auf, kann durch gleichzeitige Gabe eines Lactase-Präparates (in ihrer Apotheke) das Auftreten von Symptomen der Intoleranz verhindert werden.

Zögern Sie nicht, uns anzusprechen, wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Nahrungsmittelintoleranz vorliegt. Notieren Sie täglich Ihren Speiseplan und Ihr Befinden in drei Spalten: Eingenommene Lebensmittel, körperliche Beschwerden bzw. Unregelmässigkeiten beim Stuhlgang. Die Reaktion des Körpers erfolgt immer etwas verzögert, d.h. es kann ein paar Stunden dauern. Wir empfehlen ein solches Tagebuch ca. einen Monat lang zu führen. Wir nehmen uns gerne Zeit, um Sie gezielt zu beraten.

Ihr Team der Vinzenz Apotheke
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