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Aetherische Öle / Aromatherapie

Gespeichert von Admin am/um Mo, 23/02/2015 - 09:39

Als erstes fällt uns bei ätherischen Ölen ihr Duft auf, es sind Pflanzeninhaltsstoffe die einen starken Geruch ausströmen. Unser Geruchssinn ist einer der ältesten Sinne und ist direkt mit dem limbischen System vernetzt (ein entwicklungsgeschichtlich alter Teil des Gehirnes). In diesem Gehirnareal entstehen auch die Gefühle. Darum prägen sich Erlebnisse und Gefühle, die mit einem Geruch verbunden sind, wesentlich tiefer in unsere Erinnerung ein als alles, was wir nur sehen oder hören. Über die Nase nehmen wir instinktiv wahr, was für die anderen Sinne nicht wahrnehmbar ist – die individuelle Ausstrahlung eines Momentes – auch der spezifische Duft eines Menschen, der letztlich nicht mit Parfüm zu überdecken ist. Das Äussere eines Gegenübers kann angenehm sein, sein Duft jedoch ist ausschlaggebend, denn unsere Nase ist unbestechlich, wir können ihn möglicherweise trotzdem „nicht riechen“!

Gemäss dem international bekannte Geruchsforscher Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt waren alle Lebewesen zuerst in der Lage zu riechen, bevor sie sehen und hören konnten. Das Riechen ist die Kraft mit der sich Menschen und Tiere in der Welt chemischer Reize orientieren. In der langen Geschichte von 500 Millionen Jahren Evolution war es der Geruchssinn, der dem Gehirn ein wichtiges Fenster zur Welt geöffnet hat, in dem er darüber informierte, was essbar ist oder giftig, welches der richtige Sexualpartner ist, sowie zu Orientierung, Warnung und Sozialverhalten beitrug. Prof. Hatt konnte den ersten menschlichen Riechrezeptor entschlüsseln und nachweisen, dass diese Rezeptoren auch ausserhalb der Nase eine wichtige Funktion im Körper haben. So „riechen“ männliche Spermien die Eizelle und finden sie in der Dunkelheit des Eileiters.
Solange der Mensch atmet, riecht er. Düfte greifen auf vielfältige Weise in unser Leben ein. Dieses archaische Sinnessystem hat für uns Menschen weit weniger als Bedeutung verloren, als wir gemeinhin glauben. (Wir erleben uns als Augen- und Ohren-Wesen, auch in der Forschung wurde diesen Sinnesfunktionen weit mehr Aufmerksamkeit und Forschungsgelder gewidmet.) Noch steckt die Geruchsforschung beim Menschen in den Kinderschuhen. Erst seit einigen Jahren hat sich die Wissenschaft mit der Bedeutung und den molekularen Prozessen der Duftwahrnehmung beschäftigt.

Man weiss, dass die Geruchsverarbeitung unter anderem im limbischen System passiert. Dort wird noch viel mehr gesteuert: Unser emotionales Verhalten, die Sexualität, das Gedächtnis, ausserdem die Arbeit übergeordneter Systeme (wie Hypothalamus = Steuerzentrale mehrerer vegetativer Regulationszentren, Epiphyse = Kontrollort für die Zusammenarbeit von Botenstoffen und Hormonen; Hypophyse = Regulation der Drüsenproduktion und das vegetative Nervensystem).
Bei der Arbeit dieser Zentren können ätherische Öle einen positiven Einfluss ausüben. Zum Beispiel werden je nach Duftreiz bestimmte Stoffe (Neurotransmitter) freigesetzt, die unser Schmerzempfinden bei körperlichen Beschwerden steuern und gleichzeitig unsere Gefühle beeinflussen.

Was sind nun ätherische Öle?
Es sind die Duftstoffe der Pflanzen, genauer organische Stoffwechselprodukte, kleinste Öltröpfchen, die bei den Pflanzen in Öldrüsen durch Photo- und Biosynthese in oder auf dem Pflanzengewebe gebildet werden. Sie sind in Blüten, Samen Fruchtschalen, Blättern, Wurzeln, Harzen, Rinden oder im Holz enthalten – und sie duften. Die Pflanzen locken damit Insekten an (zum Bestäuben) oder halten sie fern (Frassschutz). Ätherische Öle schützen die Pflanze auch vor Krankheiten, extremer Hitze und Kälte und vor Austrocknung.
Chemisch gesehen sind es Flüssigkeiten die, auf ein Fliesspapier geträufelt, sich allmählich verflüchtigen. Durch ihre geringere Dichte als Wasser (sie schwimmen oben auf) lassen sie sich nicht mit letzterem vermischen, hingegen sehr gut mit fettem Ölen (Olivenöl) oder Alkohol. Ihr charakteristischer Duft und die besondere Wirkweise eines jeden ätherischen Öles wird durch seine Inhaltsstoffe und deren Zusammenspiel bestimmt. Es kann aus einigen wenigen oder mehreren hundert verschiedenen Substanzen bestehen.
Über die Herstellung und einige Anwendungsbeispiele z.B. mit Wickeln oder Auflagen berichten wir im nächsten Ratgeber. Eine Auswahl ätherischer Öle und ihre Anwendung finden Sie bei uns, (einen Vortrag gibt es vom Kneippverband) lassen Sie sich beraten.

Ihr Team der Vinzenz Apotheke
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