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Aetherische Öle / Aromatherapie Anwendungen 2

Gespeichert von Admin am/um Do, 23/07/2015 - 09:39

Eine weitere bewährte Kombination („für alle Fälle“) besteht ebenfalls aus 3 Ölen, nämlich Pfefferminze, Eukalyptus und Lavendel. Diese drei Öle sind so vielfältig ein zu setzen, dass sie in jede Hausapotheke gehören oder auch als kleinste Reiseapotheke Anwendung finden.

Eigentlich wollte ich alle drei ätherischen Öle in diesem Ratgeber vorstellen, doch da die erste, Pfefferminze, so umfassend gebraucht werden kann, beschränke ich mich heute nur auf sie, die Anderen folgen im nächsten. Wie bereits im vorherigen Ratgeber erwähnt, sind die Anwendungen über die Nase (Duft) oder über die Haut (transdermal) mit den Standard-Dosierungen zu empfehlen.

Pfefferminze
Ihr Duft ist minzig, luftig frisch.
Die Stammpflanze ist eine Kreuzung zwischen Mentha spicata und Mentha aquatica und gehört zu der Familie der Lippenblütler, Lamiaceae. (Es scheint sich um eine spontane Kreuzung zu handeln, die erstmalig 1696 in England beschrieben wurde. Die Blüten dieser Gattung sind steril, die Fortpflanzung erfolgt vegetativ, d.h. unterirdisch über Ausläufer.) Das ätherische Öl wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem Kraut gewonnen. (Andere Minz-öle, gewonnen aus anderen Arten haben dementsprechend eine andere Zusammensetzung. Bekannt ist die japanische Heilminze, deren Öl wird aus Mentha arvensis gewonnen.)
Der Sage nach verliebte sich der griechische Gott Pluto (Herr der Unterwelt) in die Nymphe Mentha. Seine eifersüchtige Frau Persephone „zerstampfe“ die Schöne, deren Überreste wurden vom trauernden Pluto in eine wohlriechende heilsame Pflanze verwandelt, deren Duft ihn tröstete.

Das ätherische Öl fördert klares Denken und erfrischt den Geist (ich denke, da hatte Persephone ihre Hand im Spiel). Es stimuliert im Gehirn vorwiegend die Zentren des Mandelkerns und den Hippocampus. Es bewährt sich bei Konzentrationsschwäche, geistiger Müdigkeit und Gedächtnisschwäche. Also in Duftlampen oder Raumsprays für Büros, Konferenzzimmer, kurz überall dort, wo klare, frische Atmosphäre erwünscht ist. 1-2 Tropfen auf eine kühle Kompresse auf die Stirn oder den Nacken erfrischt und fördert ebenfalls die Denkleistung. Dieselbe Menge direkt in der Hand verrieben und tief eingeatmet ist eine schnelle Energiespende. Sie wirkt als erste Hilfe gegen drohende Ohnmacht oder gegen Tagesschläfrigkeit. Gerade jetzt wo viele Menschen in die Ferien fahren hilft es dem Fahrer. Die Beifahrer können gegen die Fahrtübelkeit davon ebenfalls profitieren. (Ausreichende Pausen werden dadurch nicht ersetzt!!)
Gegen Magen-Darm-Beschwerden helfen heisse Kompressen mit wenigen Tropfen Pfefferminzöl auf den Bauch gelegt. Eine leichte Massage mit Ölen oder Cremen, die Pfefferminzöl enthalten, helfen ebenfalls (=20-40 Tropfen in 100 ml Basisöl oder Basisemulsion). Minzöl wirkt krampflösend und stimulierend auf die Verdauung. Es hilft gegen Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, bei Reise und Seekrankheit. Es regt stark die Gallenabsonderung und den Gallenfluss an (darum darf man es nicht bei Gallenkoliken anwenden). 1-2 Tropfen auf einen Teelöffel Honig geben und vor dem Essen einnehmen hilft gegen Appetitlosigkeit.
Es regt auch den Lymphfluss an und wirkt entstauend auf das Gewebe. In Kombinationen mit Immortelle, Zistrose oder Lavendel unterstützt es deren Wirkung und erfrischt durch seinen Duft.
Gegen Juckreiz hilft seine kühlende Wirkung (vermittelt durch die selektive Stimulation der Kälterezeptoren in der Haut). Es ist darum in vielen juckreizstillenden Lotionen enthalten, u. a. auch in Pudern gegen Windpocken.
Wegen seiner erfrischenden und antiseptischen Eigenschaften ist es in vielen Mund- und Zahnpflegemitteln enthalten. Kaugummis werden eher mit Spearmint (Menta spicata) aromatisiert.
In Hautpflegemitteln reinigt, klärt, tonisiert, entgiftet und entstaut es. Es wirkt antiseptisch und aktivierend auf die Abwehrfunktion der Haut, sowie zellerneuernd und kann dadurch auch die Wundheilung unterstützen. Bei Herpes unverdünnt 1 Tropfen auf die Fieberbläschen geben verkürzt die Krankheitsdauer.
In vielen Einreibemitteln wirkt es gegen Hexenschuss, Muskelkater, Prellungen, Schwellungen, Gelenkschmerzen, gegen Insektenstiche, und Nervenentzündungen.

Ein Allheilmittel wie es im Buche steht! Trotz seiner Popularität muss darauf geachtet werden, dass es bei Stirn- und Nackenmassagen nicht zu nahe an die Augen kommt, da es hier stark reizt! Die Konzentration in fettem Öl oder Alkohol darf 1 höchstens 2 Prozent betragen. Allergiker können mit Reizungen der Schleimhäute auf zu hohe Konzentrationen reagieren und vor allem dürfen keine Babys oder Kleinkinder unter 3 Jahren damit behandelt werden! (Es wurden von Stimmritzenkrämpfen, Glottitisödemen mit Erstickungsgefahr berichtet bei Einreibungen im Brust- oder Rückenbereich).
Lassen Sie sich kompetent beraten und erfrischen Sie sich mit diesem wunderbaren ätherischen Öl!

Ihr Team der Vinzenz Apotheke
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