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Fiebermessen

Gespeichert von Admin am/um Do, 12/01/2017 - 18:57

Fieber ist ein wichtiges Kriterium, um die Schwere einer Erkrankung einschätzen zu können. Darum muss die Messung die wirkliche Temperatur anzeigen. Dabei gibt es einige Tücken zu beachten. Unser Ratgeber soll Ihnen die Wahl der Messmethode erleichtern.
Von Fieber spricht man ab einer Erhöhung der Körpertemperatur über den Normalbereich. Letzterer schwankt zwischen 36.6° bis 37.4°, und unterliegt vielfältigen kleineren Schwankungen. Je nach Tageszeit, dem hormonellen Status bei Frauen, dem Alter oder auch der Saison kann die Temperatur bis zu einem Grad differieren.
Es gibt keine genaue Definition von Fieber. Generell spricht man aber von Fieber ab 38°C. (Subfebril = noch kein Fieber, sind die Temperaturen zwischen 37.1°C und 37.9°C; von hohem Fieber spricht man in der Regel ab 39°C oder ab 39.5°C). Diese Angaben beziehen sich auf die rektale Temperaturmessung!
VORSICHT:
Bei Säuglingen bis zu einem Alter von 3 Monaten ist Fieber über 38°C ein zwingender Grund zum Kinderarzt zu gehen! Das Immunsystem der Kleinen ist noch nicht vollständig ausgebildet und die Fieberreaktion kann deshalb noch schwach und langsam sein, daher ist 38°C besorgniserregend.

Messmethoden

  • Handauflegen ist eine uralte Methode um die Körpertemperatur abzuschätzen.
    Leider ist sie sehr ungenau. Unter anderem deshalb, weil sich die Haut in einer frühen Fieberphase zuerst eher abkühlt. Meist schätzt man die Hauttemperatur im Verhältnis zur eigenen ab, auch das ist eine Fehlerquelle. Für klinische Aussagen oder für einen Temperaturverlauf ist diese Art des „Fiebermessens“ nicht geeignet.
  • Hautmessungen auf der Stirn
    Es gibt Streifen mit Flüssigkristallen, die je Temperatur die Farbe wechseln. Sie sind einfach anzuwenden und bringen schnelle Resultate. Mit der oben angesprochenen anfänglichen Senkung der Hauttemperatur, und zusätzlich mit der Vermischung mit der Umgebungstemperatur sind die Ergebnisse der Streifen leider ebenso wenig aussagekräftig wie Infrarot-Thermometer, die dieselbe Problematik haben.
  • Messungen unter der Achsel
    Eigentlich eine einfache und für den Patienten auch angenehme Art des Messens. Hier sind die Probleme ähnlich wie oben: Umgebungstemperatur, an dieser Stelle ist das Schwitzen ein weiteres Problem für die Genauigkeit und hauptsächlich ist eine Kontrolle der Lage des Messpunktes von Bedeutung. Das Thermometer darf nicht verrutschen. Die Messung dauert zudem länger.
  • Messung unter der Zunge
    Hier ist die Umgebungstemperatur nur in sofern von Bedeutung, als dass vor der Messung nichts Kaltes oder Heisses getrunken werden darf. Ebenso sollte die Atmung über die Nase erfolgen können, um eine aussagekräftige Messung durchführen zu können. Bei Kindern unter 5 Jahren ist diese Art der Messung (weil sie die Mitarbeit vom Patienten erfordert) nicht, oder nur bedingt durchführbar. Wenn auch durch die neuen Fiebermesser keine Gefahr durch Verschlucken von Quecksilber zu befürchten ist, (seit ca. 10 Jahren sind quecksilberhaltige Fiebermesser verboten), macht es einen Unterschied wo genau im Mund der Fieberthermometer platziert ist. Am genauesten ist die Messung unter der Zunge. Der Mund muss bei der Messung geschlossen bleiben. Eine saubere Desinfektion verhindert eine Kreuzinfektion. Die Zuverlässigkeit von Schnuller-Thermometern ist unklar, die Messung dauert lange und viele Säuglinge akzeptieren nur ihren eigenen Nuggi.
  • Rektale Messung (Messung im „Fudi“)
    Sie ist seit einem Jahrhundert der Goldstandard zur Messung der sogenannten Kerntemperatur. Das Rektum ist unbeeinflusst durch die Umgebungstemperatur und die Messung kann in jedem Lebensalter durchgeführt werden. Leider ist sie für den Patienten unangenehm und dauert eine gewisse Zeit (optimal sind 5 Min. Messdauer, auch wenn digitale Thermometer vorher piepsen). Um Verletzungen vorzubeugen sind Thermometer mit einer flexiblen Spitze zu bevorzugen. Auch hier ist eine saubere Desinfektion ein MUSS!
  • Messung im Ohr
    Eine gute und bei sachgerechter Anwendung eine aussagekräftige Messmethode. Bei Kindern unter 18 Monaten ist sie nicht geeignet. Der Grund liegt in dem zu kleinen Durchmesser des Gehörganges. In der Regel wird der Messort, das Trommelfell, nicht erreicht. (Gemessen wird die Wärmeabstrahlung in Form von Infrarot). Andere Quellen geben das Mindestalter der Kinder mit 3 Jahren an. Korrekt gemessen wird folgendermassen:
    - der Patient soll sich möglichst nicht bewegen,
    - die Ohrmuschel muss nach oben und hinten gezogen werden um den Gehörgang möglichst gerade zu machen,
    - die Sonde sollte immer mit einer frischen Abdeckung versehen werden (zum Schutz der Sonde und zur Wahrung der Hygiene),
    - die Messspitze ist so einzuführen, dass die Öffnung des äusseren Gehörganges vollständig verschlossen ist und sollte das Trommelfell anpeilen
    - Das Messen muss innerhalb von 2 Sekunden nach Einführen des Thermometers erfolgen und bei einer erneuten Messung müssen mindestens 2 Minuten gewartet werden und oder es wird im anderen Ohr gemessen.
    Fehler können bei Beachtung dieser Punkte fast ausgeschlossen werden. Die Temperatur des Ohres variiert, wenn es bis vor der Messung auf einem Kissen geruht hat (zu warm) oder einer anderen Wärmequelle ausgesetzt war.

    Lassen Sie sich von einer Fachperson z. B. in der Vinzenz Apotheke beraten und bleiben Sie gesund

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