Auge – Wie sehen wir?

Wie sehen wir?

Es handelt sich dabei um einen sehr komplexen Prozess, der verschiedenste Zellen benötigt; eine funktionierende Weiterleitung und eine Verarbeitung der Informationen. Wenn alles der Reihe nach richtig «läuft» erkennen wir, was wir da sehen.

Hier eine vereinfachte Darstellung: Durch die Hornhaut fällt Licht. Es wird durch die Linse gebündelt und gelangt durch den Glaskörper auf die Netzhaut. Hier wird das einfallende Licht in Nervenimpulse umgewandelt. Das geschieht über die Photorezeptoren: wir haben zwei «Arten»: die für das Farbensehen verantwortliche Zapfen und die für das Dämmerungssehen zuständige Stäbchen. In der Makula (gelber Fleck) kommen die Zapfen in hoher Dichte vor. Neben der Makula findet sich die höchste Stäbchendichte. Pro Auge kommen etwa 110 Millionen Stäbchen und 5 Millionen Zapfen vor. Der Wellenlängenbereich des vom Auge wahrnehmbaren Lichtes liegt zwischen 400 und 700 nm. Die Zapfen sind in 3 Typen unterteilbar. Sie sehen rot, grün, blau und allgemein die Helligkeit. Die Stäbchen sind nur beim Dämmerungs- und Nachtsehen aktiv und unterscheiden schwarz oder weiss bzw. hell oder dunkel. Bekanntermassen sind Rüebli gut für das Sehvermögen, das liegt daran, dass eine umkehrbare chemische Veränderung des Vitamin A-Moleküls zu dem elektrischen Impuls führt, der dann im Gehirn verarbeitet werden kann. (Ein Vitamin A Mangel äussert sich in einer Nachtblindheit.)

Die dreidimensionale Wahrnehmung ist durch die Trennung unserer beiden Augen möglich. Oder anders formuliert, wir brauchen zwei Augen, um räumlich sehen zu können. Weil jedes Auge den betrachteten Gegenstand aus einem leicht unterschiedlichen Winkel sieht, kann das Gehirn (im visuellen Kortex) die beiden Bilder so zusammenfügen, dass wir räumlich sehen.

Die Sehschärfe entwickelt sich in früher Kindheit bis ca. zum siebten Altersjahr. Mit einer besonders wichtigen Phase zwischen dem ersten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr. Wenn auf der Netzhaut im Auge keine Abbildungen entstehen, kann kein Impuls weitergeleitet werden und es erfolgen keine Verschaltungen im Gehirn. Ein frühzeitiges Erkennen (z.B. einer angeborenen Linsentrübung) kann eine permanente Sehschwäche verhindern. Darum sind die Routineuntersuchungen beim Kinderarzt so wichtig!

Das SEHEN ist ein sehr komplexer Vorgang. Sicher ist es nicht nur eine Projektion eines Mosaikbildes auf einem passiv empfangenden Schirm. Wir gestalten und bewerten bewusst und unbewusst die optischen Eindrücke. Auch unsere seelische und körperliche Verfassung spielt dabei eine Rolle. Bei Müdigkeit sehen wir «nur die Hälfte» und Wut macht bekanntlich blind.

Bleiben Sie gesund

Ihr Team der Vinzenz Apotheke